Künftig soll es im Bezirk nur noch drei Stadtteil-Managerinnen geben

Lichtenberg. Die vom Senat beschlossene Einsparung von mehr als 300 Stellen in der Bezirksverwaltung könnte sich auch negativ auf die Beteiligung der Bürger auswirken. Das befürchten Akteure in Lichtenberg.

Betroffen von den Stellenstreichungen sind auch die Stadtteilmanagerinnen. "Ohne die geht nichts", kritisiert Matthias Ebert, der den Sozialen Treff im Hohenschönhausener Falkenbogen leitet. "Sie vernetzen die Arbeit der Stadtteilzentren, helfen wesentlich bei der Umsetzung des Bürgerhaushalts. Sie öffnen für viele Bürger die Tür zu den Ämtern und unterstützen sie in ihren Anliegen." Die Managerinnen haben Kontakt zu engagierten Anwohnern, tauschen sich mit den Initiativen und Trägern in den Kiezen aus, sind bei Bürgeraktionen vor Ort. Ihre Erfahrungen tragen sie in die Ämter. "Lichtenberg hat gegenüber anderen Bezirken einen Ausstattungsvorsprung", bestätigt Bürgermeister Andreas Geisel (SPD). Durch die gesetzlich geregelte Vereinheitlichung der Bezirksämter werde auch Lichtenberg seine Struktur anpassen. Nicht mehr fünf Stadtteilmanagerinnen soll es geben, sondern nur noch drei. Bislang arbeitete je eine Stadtteilmanagerin mit einem der fünf Stadtteilzentren zusammen. "Mit der Einsparung wird die Bürgerbeteiligung nicht gefährdet", versichert Geisel. Der Bürgermeister macht aber auch deutlich: "Ohne den Druck der Personaleinsparung würden wir diesen Bereich nicht anpassen."

"Damit fallen wichtige Anlaufstellen weg", sagt wiederum die Leiterin des Stadtteilzentrums im Ostseeviertel, Evelyn Ulrich. "Die Frage ist, was kann eine Stadtteilmanagerin dann noch leisten?" Nicht alle sehen diese Einsparung kritisch. "Dann müssen wir konzentrierter arbeiten", meint Gudrun Sommerlatte. Sie leitet das Stadtteilzentrum in Fennpfuhl. Künftig will das Bezirksamt die Leistung der Stadtteilzentren prüfen. "Wir werden eine Wirkungskontrolle durchführen, um zu sehen, wo genau das Geld sinnvoll angelegt ist", sagt der Bürgermeister.

"Ich beobachte einen Abschied des Bezirks von der Bürgerkommune", kritisiert die Linke-Abgeordnete Katrin Lompscher. "Lichtenberg war hier einst vorbildlich, etwa, was das Stadtmanagement angeht".


Karolina Wrobel / KW
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