Weniger Vorfälle im Bezirk als im vergangenen Jahr

Lichtenberg. Die Zahl der Übergriffe mit rechtsradikalem Hintergrund ist im Jahr 2012 um ein Viertel gesunken. Für die Netzwerkstelle Licht-Blicke ist das kein Anlass zur Entwarnung.

"Die Neonazi-Szene ist im Weitlingkiez rund um die Lückstraße 58 noch immer sehr aktiv", so Wiebke Eltze vom Netzwerk für Demokratie und Toleranz, Licht-Blicke. Die vom Bezirk mitfinanzierte Netzwerkstelle dokumentiert in einem Register die Anzahl der Angriffe und Vorfälle, die einen rechtsextremen, rassistischen oder diskriminierenden Hintergrund haben. 2012 sind 111 solcher Vorfälle für Lichtenberg dokumentiert worden, rund ein Viertel weniger als 2011. Während die Netzwerkstelle im letzten Jahr zwölf gewalttätige Übergriffe und Drohungen zählte, waren es 2011 noch 20. Auch die Zahl der Sachbeschädigungen ging von 13 im Jahr 2011 auf acht im letzten Jahr zurück. Für Eltze ist das kein Grund zur Entwarnung. Die Netzwerkstelle verzeichnete einen Anstieg bei den Veranstaltungen der Neonazi-Szene in Lichtenberg. Sie ist von 14 auf 24 im Jahr 2012 gestiegen. Die meisten dieser Veranstaltungen fanden im Weitlingkiez statt. Noch immer sind viele Neonazis in der Lückstraße 58 anzutreffen. Der Ort dient der Neonazi-Szene in Lichtenberg und Umgebung als einer der zentralen Treffpunkte, weiß man in der Netzwerkstelle. Die Räume wurden vor mehr als einem Jahr durch den rechtsextremen Tarnverein "Sozial engagiert in Berlin e.V." angemietet. Der Vermieter hatte nach Bekanntwerden wie berichtet versucht, die Mieter heraus zu klagen. Ende 2012 wurde seine Klage in erster Instanz abgewiesen und werde nun in zweiter Instanz fortgesetzt, informiert das Bezirksamt. "Mit dem Bündnis für Demokratie und Toleranz werden wir weiter Aktionen entgegensetzen und auf das Problem aufmerksam machen", sagt Eltze. "Das intensive Wirken des Bündnisses gegen den Tarnverein zeigt schon deutliche Ergebnisse", sagt Bürgermeister Andreas Geisel (SPD). "Nach Einschätzung von Polizei und Mobiler Beratung gegen Rechts nimmt die Bedeutung dieses Treffs auch innerhalb der rechtsextremen Szene kontinuierlich ab", sagt Geisel. "Wir unterstützen alle friedlichen Protestaktionen und stärken dem Vermieter bei seiner Klage den Rücken."


Karolina Wrobel / KW
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