Naturfreundehaus "Karl-Renner" schließt Ende 2012

Das Haus in der Ringstraße wurde von den Naturfreunden als Gästehaus genutzt. Nach 60 Jahren ging es jetzt in Privatbesitz über. (Foto: K. Menge)

Lichterfelde. Das Naturfreundehaus "Karl-Renner" in der Ringstraße ist in die Jahre gekommen. Aufgrund des hohen Sanierungsaufkommens hat der Eigentümer, der Landesverband der Naturfreunde Berlin, die Immobilie jetzt verkauft.

Das Karl-Renner-Haus befindet sich seit über 60 Jahren im Besitz der Naturfreunde. Es dient in erster Linie als Jugendgästehaus und Jugendbildungsstätte. Im Laufe der Jahre entwickelte es sich auch zu einem beliebten Treff verschiedener Gruppen im Kiez. Mit dem Verkauf des Hauses fallen diese Angebote für die Bewohner im Kiez ersatzlos wegfallen. Dies ist seit eineinhalb Jahren der Öffentlichkeit bekannt. Aber erst auf der jüngsten Sitzung beauftragte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) das Bezirksamt, sich beim Landesvorstand der Naturfreunde Berlin e.V. "zeitnah" dafür einzusetzen, beim Verkauf des Objektes darauf zu achten, dass die Gebäude auch in Zukunft einem überwiegend sozialen Zweck zur Verfügung stehen. In dem Beschluss steht noch, dass nicht der reine Verkaufserlös im Vordergrund stehen dürfe.

Hätten die Verordneten sich vorher sachkundig gemacht, hätten sie sich den Beschluss und die Zeit dafür sparen können. Ihr Engagement kommt viel zu spät.

Das Anwesen in der Ringstraße mit Garten und mehreren Gebäuden ist bereits verkauft. Der Käufer möchte die alte Villa privat nutzen. Für den Neubau, der unmittelbar an den Altbau anschließt, gäbe es von Seiten des neuen Eigentümers unterschiedliche Überlegungen, erläutert Uwe Hiksch, stellvertretender Landesvorsitzender der Naturfreunde Berlin, auf Nachfrage. Er zeigte sich im übrigen völlig überrascht über den Beschluss der BVV.

Da es sich bei dem Käufer um eine Privatperson handele, könne er über Einzelheiten des Verkaufs nichts weiter sagen. Bis zum 31. Dezember läuft der Betrieb des Naturfreundehauses aber normal weiter.

Im Übrigen hätten sich innerhalb des Bieterverfahrens nur private Interessenten gemeldet. "Von Seiten sozialer Einrichtungen oder Verbände gab es keine Gebote oder Anfragen", sagt Hiksch.

Der Verkauf der Immobilie wurde schon im vergangenen Jahr beschlossen. Nach Einschätzung des Landesvorstandes sind die Gebäude dringend sanierungsbedürftig und die erforderlichen Maßnahmen hätten das Budget des kleinen Verbandes erheblich überschritten. Somit ist Ende des Jahres Schluss. Auch für die Angestellten. "Mit dem Ende des Betriebes gibt es leider keine Möglichkeit, das Personal weiter zu beschäftigen. Wir bemühen uns jedoch im Rahmen unserer Möglichkeiten, den Kollegen bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu helfen", so Hiksch.


Karla Menge / KM
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