„Abhängen“ ist eine Kunst

Christian Steinke und Rebecca Priebl vom Haus Kompass bekamen für ihr Projekt „Angelo“ von Margitta Dahlem, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, und Birgit Funke, Verein „bwgt“ (v.l.n.r.) eine Siegerurkunde ausgehändigt. (Foto: hari)

Hellersdorf. Jugendliche machen sich schon ihre Gedanken, wie sie am elegantesten „abhängen“ können. Das zeigt das Projekt „Chilling Dreams“.

„Chillen“ oder „Abhängen“ ist ein großes Thema für die Jugend. Davon geht der Verein „bwgt“ (für „bewegt“) aus und entwickelte das Projekt „Chilling Dreams“ für den Bezirk. Jugendliche sollten Formen finden, wie sie die gemütliche Pause von Sport und Spiel auf den Freiflächen ihrer Kinder- und Jugendeinrichtungen organisieren und dafür entsprechende Möglichkeiten schaffen.

Der Verein gründete sich 2003 aus einer Arbeitsgemeinschaft von Erziehungswissenschaftlern, Psychologen und Sportwissenschaftlern der Freien Universität Berlin. Seine Spezialität ist, gesundheitsorientierte Bewegungs-, Spiel- und Sporträume unter Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln.

Anfang Mai erfolgte ein Aufruf an die Kinder und Jugendlichen. Es meldeten sich Gruppen aus 13 Einrichtungen, die ihre Ideen in Workshops mit Fachleuten diskutierten. Anfang Juli stellten sie die Ergebnisse einer Jury im Kulturforum Hellersdorf vor. Fünf Projekte mit so klangvollen Bezeichnungen wie „Wackelige Wolkenstadt“ (Kinderkeller Marzahn), „Chilling-Babel-Wald“ (Haus Babylon) oder „Cool Down“ (Joker) wurden ausgewählt

Beim Chilling-Projekt „Angelo“ vom Haus Kompass soll eine große und flauschige Engelsfigur entstehen. Sie bietet mit ihren Armen und Flügeln Platz zum Lümmeln und Schutz. Eine ähnliche Funktion erfüllt „Neugno“ nach einer Idee von Jugendlichen aus der JFE Anna Landsberger, eine Raumfigur mit einer Gestalt zwischen Baum und Mensch.

Alle fünf Projekte sollen bis zum Herbst umgesetzt werden. Dazu werden den Gruppen Künstler an die Seite, die von August bis Oktober mit ihnen zusammenarbeiten. Für die Umsetzung stehen jeweils 8500 Euro zur Verfügung. Vollkommen fertig müssen die Projekte spätestens bis zu Beginn der IGA im April 2017 sein. Sie sollen auf dem IGA-Campus den Besuchern der Gartenausstellung gezeigt werden. Im Anschluss wandern sie endlich in die Einrichtungen, wo sie ihre eigentliche Bestimmung erfüllen können, den Kindern und Jugendlichen als Plätze und Räume zum „Abhängen“ zu dienen. hari
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