Neue Technik fürs Türschloss

Kein Zutritt ohne Code: Die Haustür öffnet sich nur, wenn die Zahlenkombination richtig eingetippt wird. (Foto: Franziska Koark)

Nie mehr nach dem Schlüssel suchen: Neue Türschlösser lassen sich mit dem Fingerabdruck oder einer PIN öffnen.

Besonders sicher sei eine Kombination von beiden, sagt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart. Der Vorteil dieser beiden Systeme liegt auf der Hand: Es gibt nichts zu verlieren - keine Schlüssel, keine Chipkarte, keine Fernbedienung.Bei beiden Systemen sollte der Datenempfänger, der die Signale identifiziert und die Tür entriegelt, so installiert sein, dass kein Fremder rankommt. Der Empfänger sei deshalb am besten im Haus, erläutert Schmidt.

Schlösser mit Codeeingabe benötigen wie der Bankautomat eine Zahlenkombination, die über eine Tastatur eingetippt wird. Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim (Bayern) empfiehlt, aus Sicherheitsgründen dem Code mindestens sechs Stellen zuzuweisen. Schmidt rät zu acht Stellen. Auch sollten keine Geburts- und Hochzeitstage oder die Telefonnummer dafür genommen werden. Diese könne jeder herausfinden, und Einbrecher probierten das auch als erstes aus.

Eine Alternative sind elektromechanische Sperren mit Chipkarten, die so groß und so dünn sind wie EC-Karten. Sie stecken zum Beispiel im Portemonnaie. Auch Fernbedienungen statt Schlüssel werden immer beliebter. Sie funktionieren wie automatische Garagentüren. Im Auto liegt eine Fernbedienung, über die das Tor bereits aus einiger Entfernung beim Heranfahren geöffnet werden kann. Auch für Haustüren gibt es das mittlerweile.

Karte statt Schlüssel

Doch die Schließsysteme mit Fernbedienung und Chipkarte haben einen gravierenden Nachteil, findet Benitz-Wildenburg: Einbrecher können die Signale mit illegalen Spezialgeräten ausspähen. Die Polizei nennt hingegen einen Vorteil der Chipkarte für die Haustür: Über die Datenspeicherung der Anlage könne nachvollzogen werden, wer die Tür geöffnet hat - und damit auch, ob die Chipkarte womöglich an unberechtige Personen weitergegeben wurde, erläutert Harald Schmidt.

Bei allen Varianten sollte das Löschen alter Daten möglich sein, rät Helmut Rieche von der "Initiative für aktiven Einbruchschutz ,Nicht bei mir!‘". Denn Codes sollten immer mal wieder geändert werden können.

Und gehen Chipkarten und Fernbedienungen verloren, sollten ihre Daten genauso im System gelöscht werden wie die Fingerabdrücke von Personen, die keinen Zugang mehr haben sollen. Auch sollten nur geprüfte und zertifizierte Zylinder eingebaut werden, sagt Schmidt. "Der größte Zertifizierer am Markt ist das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer."


dpa-Magazin / mag
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