Schlaganfall kann Wissen vernichten

Rund ein Drittel der Schlaganfallpatienten verliert seine Sprachkenntnisse.

In der Muttersprache verschwinde die Sprachlosigkeit zwar oft wieder, eine Fremdsprache bleibe aber häufig verloren, teilt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Gütersloh mit. Das Gehirn speichere Sprachen offenbar nicht automatisch in denselben Arealen.In der Regel seien die Synapsen dort stärker ausgeprägt, wo die Muttersprache im Hirn angesiedelt ist, sagt Holger Grötzbach, Leiter der Sprachtherapie in der Asklepios-Klinik Schaufling (Bayern). Das hänge mit der stärkeren emotionalen Bindung zur Muttersprache zusammen, die sich aus der Biografie und den Erinnerungen des Patienten ergibt. Eine Fremdsprache sei dagegen viel anfälliger für Störungen. Es sei daher sehr unwahrscheinlich, dass zum Beispiel ein Migrant mit Sprachverlust nach einem Schlaganfall neben seiner Muttersprache auch noch die Sprache seiner neuen Heimat wieder vollständig erlernt.


dpa-Magazin / mag
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