Junges Künstlertrio tritt in der Kulturfabrik auf

Paul Moragiannis (rechts) und Florian Machnow machen zusammen Improtheater in der Kulturfabrik. Es fehlt der Dritte im Bunde, Dominik Wirth. (Foto: Liptau)

Moabit. Ein komplettes Theaterstück, allerdings ohne festgelegte Handlung oder vorher gelernten Text: Unter dem Titel "Die Freiheit des Moments" machen zwei Impro-Schauspieler und ein Gitarrist in der Kulturfabrik Theater. Die nächste Vorstellung ist am Donnerstag, 25. Juli.

"Improvisationstheater gibt es inzwischen ja wirklich viele", sagt Paul Moragiannis, einer der Schauspieler des Trios. Und trotzdem ist er davon überzeugt, dass seine Truppe im Fabriktheater der Kulturfabrik etwas Besonderes zu bieten hat. Denn die meisten Gruppen würden sogenannte "Games" spielen - also sehr kurze Stücke, die vor allem lustig sein sollen. "Das macht auch Spaß, am Ende bleibt aber oft wenig hängen", so der 23-Jährige. Gemeinsam mit seinem Schauspielkollegen Dominik Wirth spielt er an einem Abend deshalb nur zwei Stücke, jeweils 45 bis 60 Minuten lang. "Dabei können wir komplexe Geschichten und Charaktere entwickeln", erklärt er. Für ihn selbst ist der Kitzel auf der Bühne dabei umso größer: "Egal wo’s hingeht, man muss eine Stunde lang spielen."Die Regeln sind denkbar einfach: Zu Beginn des Abends gibt das Publikum einen Ort und einen Gegenstand vor. Daraus müssen die beiden Schauspieler dann spontan eine Geschichte entspinnen. Beim zweiten Stück gibt es nur wenig mehr Rahmenbedingungen: Zwei Menschen sind aus irgendwelchen Gründen gezwungen, die Nacht miteinander zu verbringen. Der Rest kommt vom Publikum und wird auf der Bühne entwickelt.

Wenn es nicht mehr darum geht, das Publikum nur zum Lachen zu bringen: Woran ist dann eigentlich zu erkennen, ob das Stück gut ist oder nicht? "Keine leichte Frage", sagt E-Gitarrist Florian Machnow. "Es geht vor allem darum, dass die Geschichte am Ende rund ist", sagt er. Mit seiner Gitarre kommt ihm dabei die Rolle zu, "Akzente zu setzen". Manchmal fängt er spontan an, die Handlung "wie mit Filmmusik" zu untermalen, mal gehe es mehr darum, Geräusche zu imitieren. "Manchmal fangen wir auch gemeinsam an zu singen."

Seit rund einem halben Jahr arbeiten die drei zusammen, parallel zu Studium und Job. "Es passt einfach super in dieser Konstellation", schwärmt Moragiannis. Auf der Bühne hätten sie oft gleichzeitig dieselben Ideen. "Während ich überlege, wie’s jetzt weitergeht, macht Dominik häufig schon genau das, woran ich gedacht habe." Dabei können die drei freilich nur schlecht vor den Auftritten üben. Machnow: "Alles was wir machen, machen wir zum ersten und zum letzten Mal."

Das nächste Mal machen sie es am Donnerstag, 25. Juli, ab 20 Uhr im Fabriktheater der Kulturfabrik in der Lehrter Straße 35. Einen weiteren Auftritt wird es am 17. August geben. Karten kosten 8, ermäßigt 5 Euro.

Mehr Infos bei Facebook unter dem Namen "Freiheit des Moments".

Ralf Liptau / flip
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