Moabiter Lesewoche endet mit Langer Nacht des Buches

Moabit liest! In dieser Woche in "Freddy Lecks Waschsalon" in der Gotzkowskystraße. Organisatorin Melanie Stiewe ist stolz auf das Programm. (Foto: Liptau)

Moabit. Seit Montag, 12. November, wird in Schulen und Kitas gelesen und vor allem vorgelesen. Im Rahmen der Lesewoche "Moabit liest!" gibt es allerdings auch eine ganze Reihe öffentlicher Lesungen im ganzen Kiez. Die größte Auswahl wird am Freitag während der "Langen Nacht des Buches" geboten.

"Ich liebe dieses Projekt" schickt Melanie Stiewe dem Gespräch über die "Lange Nacht des Buches" voraus. Mit ihrer Agentur "Stadtmuster" organisiert sie die Lesungen im Kiez bereits zum fünften Mal, das Geld kommt vom Quartiersmanagement Moabit West. In diesem Jahr, so Stiewe, sei das Programm wieder mal "mega genial". Da scheint also was geboten. Tatsächlich wird es im Verlauf dieser Woche insgesamt 120 Lesungen verteilt über den ganzen Kiez geben. An den ersten Vormittagen haben Autoren, Lokalpolitiker und sonstige Kiezgrößen vor allem in Schulen und Kitas vorgelesen, der Großteil der öffentlichen Lesungen steht für den bundesweiten Vorlesetag am Freitag, 16. November, auf dem Programm. Wie schon in den vergangenen Jahren sollen die Besucher dabei nicht nur zahlreiche Bücher und deren Autoren kennenlernen, sondern gleichzeitig auch den Kiez. Denn verteilt sind die Veranstaltungen über 47 Orte. Und dabei gibt es das ein oder andere Kuriosum. Gelesen wird nicht nur in den Bibliotheken, Buchläden, Schulen und Galerien des Ortsteils, sondern beispielsweise auch im Waschsalon, in Cafés, auf dem Spielplatz oder im Naturkostladen.

"Damit kriegt man auch mal mit, was es in der Umgebung für Orte gibt", sagt Melanie Stiewe.

Sie versteht die Veranstaltungsreihe dabei als "innere und äußere" Imagepflege für den Stadtteil. Dessen Bewohner sollen erfahren, welches Potential ihr Kiez hat. Und die Besucher von außerhalb. "Moabit hat doch berlinweit noch kaum einer auf dem Schirm", beklagt die Veranstalterin. Durch Veranstaltungen wie die Lesenacht könnte sich das ändern. Wie viele Besucher in den Vorjahren da waren, lasse sich nicht feststellen. Auf der Homepage habe es 2011 allerdings 10 000 Besuche gegeben. Das Interesse ist also da. Damit die Besucher sich im Kiez tatsächlich bewegen können und mehr als nur eine Lesung mitbekommen, sind die einzelnen Veranstaltungen so aufs Programm gesetzt, dass die Orte zwischendurch gewechselt werden können. Also zeitversetzt und mit Pausen dazwischen. "Zudem soll jede Lesung nur 30 bis maximal 45 Minuten dauern", sagt Stiewe. Für die vorbereitende Routenplanung liegt das Programm an zahlreichen Orten im Kiez aus, beispielsweise im Büro des Quartiersmanagements Moabit West in der Rostocker Straße 3.

Und natürlich an den Leseorten, beispielsweise in "Freddy Leck sein Waschsalon" in der Gotzkowskystraße 11, in der Kunstgalerie "Remise" in der Beusselstraße 2 sowie dem Atelier Artacta in der Bredowstraße 11. Der Eintritt ist frei.


Ralf Liptau / flip
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