Musiktheater führt benachteiligte Kinder an Kultur heran

Springend, singend und gestikulierend stellen die Kinder Szenen aus "Hans im Glück" dar. (Foto: KEN)

Moabit. Nach dem Grimm-Märchen "Hans im Glück" sind musikalische Szenen entstanden. Vor Pfingsten kam "Glück auf Wanderschaft" zweimal in der Aula der Theodor-Heuss-Schule auf die Bühne. Die Produktion ist Teil des langfristigen Projekts "Ganz große Oper".

Initiiert hat es 2013 die Opernsängerin Nadja Michael. Sie will Kindern aus bildungsfernen Familien Kultur und Musik nahebringen. Dafür kooperieren die Staatsoper und das SOS-Kinderdorf Moabit in der Waldstraße 23. Für "Glück auf Wanderschaft" haben die Musiktheaterpädagogen Annika Vogt und Tobias Daniel Reiser von der Jungen Staatsoper seit März mit acht Schülern der Klassen drei bis sechs an der Theodor-Heuss-Schule, darunter auch Kinder aus dem SOS-Kinderdorf, zusammengearbeitet. Nach dem Kennenlernen des Musiktheaters, nach dem Besuch von Proben und Aufführungen in der Staatsoper ging es konkret ans Einstudieren. Richtig zu sprechen und zu singen, die Instrumente zu spielen und Szenen einzuüben standen auf dem Plan.

Und so springen, stolpern, krabbeln, reiten, singen und musizieren Amina, Hevin, Juliana, Lavinia, Leon, Nadine, Nicole und Niklas als wandernde Theatergruppe auf der Suche nach einem jungen Mann namens Hans, von dem es heißt, er kenne das Geheimnis vom Glück. Unterstützt wird "Ganz große Oper" von der Schering Stiftung, die, so der Musiktheaterpädagoge Reiser, die weitere Finanzierung zugesichert habe. Für die Stiftung ist es ein "besonders wichtiges Angebot". Denn Oper, anders als Theater oder Malerei, könne selten über Schulen oder freie Träger vermittelt werden. "Aber gerade diese Kulturform ist interessant für Kinder", so die Sprecherin der Stiftung, Friederike Petersen. Schauspielerische, gesangliche, musikalische und gestalterische Talente für ein großes Ganzes seien gefragt. "Eine Erfahrung, die die Entwicklung der sozialen Kompetenz und das Selbstbewusstsein der Kinder positiv beeinflusst", so Petersen.


Karen Noetzel / KEN
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