SOS-Kinderdorf plant Bildungs- und Begegnungszentrum

Das Grundstück an der Ecke Lehrter und Seydlitzstraße wird ab dem kommenden Jahr bebaut. (Foto: Liptau)

Moabit. Treffpunkt Lehrter, Ecke Seydlitzstraße: Bis zum 60. Jubiläum des SOS-Kinderdorfs im Spätherbst 2015 soll ein neues Bildungs- und Begegnungszentrum in der Nähe des Hauptbahnhofs entstehen. Mitte 2014 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Im Januar kommenden Jahres soll, wenn alles gut geht, der Bauantrag gestellt werden, und dann soll alles ganz schnell gehen. Es sei "eine große Aufgabe", das Neubauvorhaben in zwei Jahren abzuschließen, betont Barbara Winter, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim SOS-Kinderdorf in Moabit. Doch der Termin ist fix, im Jahre 2015 wird das 60. Jubiläum gefeiert, und das neue Haus soll somit eine Art Geschenk zum runden Geburtstag werden. In der Lehrter Straße will das SOS-Kinderdorf künftig gleich mehrere Funktionen erfüllen. Das geplante sechsgeschossige Haus soll den bisherigen Standort im SOS-Ausbildungszentrum (BAZ) in Wedding ablösen und zugleich zentrale Info- und Begegnungsstätte für das SOS-Kinderdorf werden. Junge Menschen werden dort also künftig in den Fachbereichen Verwaltung und Büro sowie Gastronomie und Service ausgebildet. Dafür wird im Erdgeschoss des Neubaus ein Ausbildungsrestaurant mit 70 bis 80 Plätzen und Terrasse eingerichtet. In den oberen Stockwerken wird es weitere Seminarräume geben, außerdem Platz für einen Familientreffpunkt und die Verwaltung. Am Standort wird es zudem ein Infozentrum für SOS International geben.

Der Neubau, so betont Winter, werde allerdings nicht den bisherigen Standort des Kinderdorfs in der Moabiter Waldstraße ersetzen. "Das wird was ganz anderes." Dort leben seit 2005 Kinderdorf-Familien, zudem gibt es Räume für Veranstaltungen und Gruppenangebote. "Wir kommen mit unseren Räumen aber bei den Anfragen für Gruppenangebote kaum mehr hinterher", sagt Winter.

Für den Entwurf eines Neubaus hatte das Kinderdorf ein Gutachterverfahren mit sieben Architekturbüros durchgeführt. Die Entscheidung fiel zugunsten des Entwurfs des Berliner Büros ludloff+ludloff. Die Fassade des Gebäudes unter dem Arbeitstitel "Das Haus als Botschafter" wird von unterschiedlichen Materialien wie Glas, Holz und Textilien geprägt sein. Dadurch soll ein farbenfrohes Erscheinungsbild entstehen. Im Innern werden einige Geschosse mit Sichtachsen durch offene Deckenbereiche optisch miteinander verbunden. Das Grundstück für den Bau hat der Bezirk Mitte dem Kinderdorf in Erbpacht überlassen.


Ralf Liptau / flip
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