Schüler des Grünen Campus werden zu Filmproduzenten

Die elfjährige Sophie weiß, welche Rechte Kinder haben. Sie setzte ihre Botschaft als Schauspielerin um. (Foto: Wrobel)

Neu-Hohenschönhausen. Auch Kinder haben Rechte. Das zeigen kleine Filmemacher des Grünen Campus Malchow anhand von drei selbst produzierten Kurzfilmen. "Das ist mein erster Film", sagt die elfjährige Sophie schüchtern. Sie spielt das Mädchen Lilly. Das ist eine der Hauptrollen in einem der drei fünfminütigen Kurzfilmen, welche die Grundschüler der Klasse 6 am Grünen Campus Malchow fast in kompletter Eigenregie vergangene Woche am Schulstandort Zum Hechtgraben 1a produzierten.

Und einer der Filme erzählt von Lilly. Sie wächst bei ihrer Mutter auf, die ihr den Kontakt zum Vater verwehrt. Irgendwann macht sich Lilly auf, den Vater zu suchen. "Kinder haben ein Recht darauf, Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben", erklärt die Lehrerin Cornelia Franz die Botschaft des Films. Zwei Tage lang hatten sich ihre Schüler mit Kinderrechten auseinandergesetzt und ihre Ideen in Filmprojekten umgesetzt. Unterstützt wurden sie von der professionellen Filmemacherin Tanja Brzakovic im Zuge einer Aktion des Landesverbands Kinder- und Jugendfilm Berlin zum Tag der Kinderrechte am 20. November.

Ob das Recht auf beide Elternteile, das Recht auf den Schutz der Privatsphäre oder die Gleichbehandlung von Kindern - jedes Thema wurde von den Grundschülern in ein Drehbuch gegossen. Dialoge und Szenen wurden ausgearbeitet, Rollen vor und hinter der Kamera verteilt. Die Schüler veranstalteten ein richtiges Rollencasting. Und auch Regie, Klappe, Ton und Tonassistenz wurden von ihnen übernommen.

"Die Kinder waren oft überrascht, wie aufwendig so eine Filmproduktion ist", weiß Filmemacherin Brzakovic. "Eine Szene muss wiederholt werden, bis alles passt und alle Kameraperspektiven aufgenommen sind. Und da ist natürlich auch die Konzentration der Schauspieler gefordert."

Für Sophie, die einen Tag lang in die Rolle der Lilly schlüpfte, war die Schauspielerei vor der Kamera eine neue Erfahrung. "Es war nicht schwer. Die Dialoge konnte ich mir gut merken", erzählt sie. "Die letzte Szene war aber sehr schwierig. Sie war sehr ernst. Und ich musste ständig lachen", sagt das Nachwuchstalent. Doch irgendwann hatten die Schüler auch die letzte Szene im Kasten.

Die Filme aller am Projekt beteiligten Schulen sind im Rahmen des Kinderrechte-Festivals 20. November ab 10 Uhr im Kino Arsenal, Potsdamer Straße 2, zu sehen. Das Festival wird unterstützt durch das Deutsche Kinderhilfswerk und durch den Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin veranstaltet. Der Eintritt kostet drei Euro. Eine Anmeldung unter berlin@schulkinowochen.de ist erforderlich. Weitere Informationen unter www.kijufi.de.

Karolina Wrobel / KW
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