Matthias Koch schrieb Geschichte des Fußballclubs auf

Autor Matthias Koch ist bei jedem Union-Spiel mit der Kamera dabei. (Foto: Ralf Drescher)

Oberschöneweide. Vor über 100 Jahren, genauer 1906, wurde der Vorgänger des heutigen 1. FC Union gegründet. Jetzt ist ein dickes Buch, fast schon ein Lexikon, über die Geschichte der "Eisernen" erschienen.

Wollten sie schon immer mal wissen, warum so viele Union-Fußballer zur DDR-Volksarmee eingezogen wurden? Oder was Grafiker Peter Gribat 1966 für den Entwurf des noch heute genutzten Union-Logos bekommen hat? Dann ist "Immer weiter - ganz nach vorn" genau richtig, zum Beispiel unter dem Weihnachtsbaum.

Autor des Buches ist Matthias "Matze" Koch, gelernter Offsetdrucker und seit 1999 freier Sportjournalist. Seit Ende der 1970er-Jahre war er, obwohl nie echter Fußballfan, als Köpenicker bei vielen Spielen in der Alten Försterei dabei, damals noch ohne Kamera. 2001 war er als Sportjournalist bei den Regionalseiten der Berliner Morgenpost dabei, hat sich für seine Berichte die erste Kamera gekauft. "Da habe ich gemerkt, dass ich mit Fußballfotos Geld verdienen kann", erzählt Koch. Seitdem schreibt und fotografiert er zum Thema Fußball, unter anderem für Tagesspiegel, Kicker, Fuwo und gelegentlich auch für die Berliner Woche.

Die Idee zum Buch kam bereits 2008. Die Umsetzung hat dann mehrere Jahre gedauert. "Ich hatte den Ehrgeiz, mit möglichst vielen Zeitzeugen persönlich zu sprechen und nicht vom Hörensagen zu berichten", erzählt Koch. Zu den Interviewten gehören Politiker wie Fritz Niedergesäß, frühere Union-Spieler wie Joachim Sigusch und auch der ehemalige Union-Präsident Horst Kahstein. Aus dieser Zeit berichtet Koch, wie 1996, als Union unter der Fuchtel des Gerichtsvollziehers stand, die Gehälter für Spieler und Mitarbeiter im Optikerladen von Union-Vizepräsident Wittstock in der Köpenicker Altstadt bar ausgezahlt wurden.

Für das Logo erhielt der Grafiker übrigens einmalig ganze 800 DDR-Mark, und wegen der Rivalität zum BFC Dynamo wurden Unioner auch schon mal außer der Reihe zur Fahne (NVA) gerufen.

Die 448 Seiten rund um die "Eisernen" aus der Alten Försterei sind für 24,90 Euro im Buchhandel und im Internet zu haben (ISBN 978-7307-0049-5). Am 9. Dezember gibt es um 20 Uhr im Kino Union in Friedrichshagen, Bölschestraße 69, eine Buchpräsentation. Neben dem Autor sind unter anderem Joachim Siegusch, Wolfgang Matthies und Christian Beeck dabei und signieren die Bücher auf Wunsch.


Ralf Drescher / RD
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