Pankower diskutieren Ergebnisse des Kunstwettbewerbs

Symbolisiert Platz, Straßen und Eckhaus: die Plastik am Pastor-Niemöller-Platz. (Foto: BW)

Pankow. Was sind denn das für bunte Schilder? Haben die eine besondere Bedeutung? Will uns da jemand veräppeln? Mit solchen und ähnlichen Anrufen wandten sich jüngst immer wieder Leser an die Berliner Woche.

Des Rätsels Lösung: Das Ganze ist ein Kunstprojekt! Im Zusammenhang mit vier wichtigen Straßenbauprojekten, die zwischen August 2009 und 2013 im Ortsteil Pankow umgesetzt werden, lobte das Bezirksamt vor drei Jahren einen Kunst-am-Straßenbau-Wettbewerb unter dem Motto "Tor nach Pankow" aus. Zur Teilnahme am Wettbewerb waren elf Künstler eingeladen. Die sollten Kunstwerke vorschlagen, die am S-Bahnhof Pankow in der Berliner Straße, auf dem Pastor-Niemöller-Platz, auf dem Ossietzkyplatz und an der Ecke Pasewalker Straße und Schlossallee aufgestellt werden könnten.Die Künstlerin Veronika Kellndorfer überzeugte die Jury mit ihrem Entwurf "Polychromie architekturale". Sie schlug die Aufstellung von vier Leuchtplastiken vor. Zu ihrem Entwurf schrieb die Künstlerin: "Diese Leuchtstelen greifen die Topographie des jeweiligen Ortes auf. Es sind Signetflächen, destilliert aus den jeweiligen Flurplänen der Plätze und Straßen Pankows. Die einzelnen Lichtflächen spiegeln Verkehrsintensitäten, Gebäudestrukturen, Straßenflächen, Vegetationsdichte und den Wasseranteil der Panke wieder." Die Lichtplastiken sind aus jeweils drei verschiedenfarbigen Leuchtkörpern aus Acrylglas zusammengefügt. Sie sind auf einer Trägerkonstruktion in fünf bis sechs Metern Höhe angebracht. In der Farbgebung orientierte sich die Künstlerin an einer von Le Corbusier entwickelten Farbklaviatur, die sich deutlich von den heute gebräuchlichen Farben unterscheidet.

Alle Beiträge zum Kunst-am-Straßenbau-Wettbewerb sind vor genau zwei Jahren in der Galerie Pankow in der Breiten Straße 8 öffentlich präsentiert worden. So hatten die Pankower die Möglichkeit, sich ein Bild von den Kunstwerken zu machen. Von der Umsetzung sind nun offenbar doch so manche überrascht. In den zurückliegenden Monaten sind die einzelnen Leuchtstelen in Abstimmung mit dem Bezirksamt aufgestellt worden. Eine offizielle Einweihung ist allerdings nicht geplant, erklärt der Leiter der Pressestelle des Bezirksamtes, Tobias Schietzelt, auf Anfrage. Im Sommer würde das sicher auch nicht sinnvoll sein. Denn so richtig wirken werden die Kunstwerke erst in der dunklen Jahreszeit, wenn sie auch leuchten.


Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden