Für den Seniorenclub Cunostraße fällt die Vorentscheidung

Schmargendorf. Die Kosten waren dem Bezirk zu hoch, die Hoffnungen auf einen Neuanfang in unmittelbarer Nähe scheinen nur noch gering: Für die Zukunft des Seniorenclubs Cunostraße stellen sich in diesen Tagen die Weichen. An der Kündigung des laufenden Mietvertrags führt kein Weg vorbei.

Wenn dieses Jahr endet, wird für viele ältere Menschen in Schmargendorf wohl nichts mehr sein wie es war. Im Seniorenclub am Standort Cunostraße 1 gehen dann nach jetzigem Stand tatsächlich die Lichter aus. Nachdem die Freunde der Einrichtung über 2500 Unterschriften gesammelt hatten, um den Verbleib einzufordern, ist der Protest inzwischen kaum hörbar. Hat man sich mit dem Schicksal arrangiert?

Offizielle Stellungnahmen seitens des Clubs sind dazu nicht zu hören - man verweist an das Bezirksamt, wo Sozialstadtrat Carsten Engelmann (CDU) in diesen Tagen eine wichtige Entscheidung fällt.

"Der Kündigungstermin für einen Auszug Ende des Jahres wäre der 31. Juli", sagt der Stadtrat. Ansonsten würde sich der Vertrag um ein Jahr verlängern. Da der Bezirk die Mietkosten von etwa 100 000 Euro im Jahr einsparen möchte, dürfte an der Kündigung also kein Weg vorbeiführen. Bevor er diesen Schritt einleitet, will Engelmann noch mit den Fraktionen im Sozialausschuss Rücksprache halten, um sie von der Situation zu unterrichten. Zuvor ließ er nichts unversucht, in Gesprächen mit dem Eigentümer der jetzigen Adresse günstigere Konditionen auszuhandeln - ohne Erfolg. "Die Gespräche mit der Verwaltung stellten sich leider schwierig dar. Man konnte uns nicht entgegenkommen." Auch über eine Hinauszögerung des Auszugs zur Mitte des nächsten Jahres ließ der Eigentümer nicht mit sich reden.

Als wahrscheinlichste Alternative gilt somit eine Mitbenutzung von Räumlichkeiten der Wilmersdorfer Seniorenstiftung in der Grunewalder Koenigsallee. Eine Sicherheitslösung, die bei Senioren in Schmargendorf bislang auf wenig Gegenliebe stieß. "Mit dem Bus fahren, das fällt uns schon schwer", hatte Stammgast Sigrid Wilke der Berliner Woche im März gesagt. Wenn bis Dezember nicht doch noch ein Vermieter nahe der Cunostraße ein Herz für Senioren zeigt, wird sie fahren müssen.


Thomas Schubert / tsc
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