Ausstellung im Rathaus thematisiert Fremdenfeindlichkeit

Erschreckend unspektakuläre Orte: Die Ausstellung zeigt, wo es in Berlin zu rechter Gewalt gekommen ist. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Noch bis zum 30. März ist im Rathaus Schöneberg die Ausstellung "Berliner Tatorte - Dokumente rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt" zu sehen.

Die Aussage der Schwarz-Weiß-Fotos erschließt sich erst mit der erläuternden Bildunterschrift. Denn zu sehen sind zunächst nur menschenleere Bahnhöfe, Straßenzüge oder Plätze, aufgenommen vom Fotografen Jörg Möller. Die Auswahl der so gezeigten, erschreckend alltäglichen Orte geht zurück auf eine Dokumentation der Kreuzberger Beratungsstelle "Reach Out" für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Seit 2002 werden hier diejenigen Orte in einer berlinweiten Chronik festgehalten, an denen es zu rechten Übergriffen gekommen ist. Möller unterschreibt seine Fotos dementsprechenden mit dem Datum des Überfalls, dem Namen des Ortes und der Polizeimeldung, die im Anschluss an die Straftat erstellt herausgegeben wurde. Die SPD-Fraktion und die beiden Verordneten der Linken in der Bezirksverordnetenversammlung hatten im Februar 2012 den Antrag gestellt, dass die Ausstellung im Schöneberger Rathaus am John-F.-Kennedy-Platz gezeigt werden soll. Nun wurde sie von Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und der bezirklichen Integrationsbeauftragten Gabriele Gün Tank eröffnet. Sie ist bis zum 30. März im Foyer zu sehen.

Einen Einblick in die Bilder gibt es auch im Internet unter www.tatorte.de.

Ralf Liptau / flip
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