Ehemalige Kohlehandlung könnte erhalten bleiben

Das Häuschen an der Torgauer Straße soll nach dem Willen der BVV zunächst nicht abgerissen werden. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Eigentlich sollte die ehemalige Kohlenhandlung von Julius und Annedore Leber in der Torgauer Straße abgerissen werden. Ein Denkmal sollte danach an den NS-Widerstandskämpfer und seine politisch wie gesellschaftlich engagierte Frau erinnern. Doch nun soll die Landesebene mitreden.

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat in der vergangenen Woche einen Antrag von SPD und Grünen verabschiedet, wonach das Verfahren künftig auf Senatsebene weitergeführt werden soll. "Wegen der über den Bezirk herausragenden Bedeutung soll die Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten gebeten werden, die weitere Konzeptentwicklung für diesen neuen Informations- und Gedenkort unter Beteiligung von Vertretern der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, der Geschichtswerkstatt, der Familie, engagierter Bürger und der BVV zu koordinieren", so der Wunsch der Antragsverfasser. Damit könnte der vom Bezirksamt vorgesehene Abriss des Gebäudes am Ende doch noch verhindert werden. Mit Mitteln aus dem Förderprogramm "Stadtumbau West" sollte an dessen Stelle ein Denkmal nach Entwürfen von Katharina Karrenberg unter dem Titel "Windfang" entstehen. Die Planung wurde in den vergangenen Wochen gleich von mehreren Seiten stark kritisiert.

Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) erklärte nach der BVV-Entscheidung, Grundstück und Gebäude würden nun zunächst gesichert. "Wir werden dann sehen, wie sich die Zeitspanne darstellt." Sollte das Verfahren länger dauern, müssten die Baumaßnahmen für den Grünzug entlang der Torgauer Straße umgeplant werden. Für die Umplanung im Bezug auf den Gedenkort rechnet er mit Kosten im sechsstelligen Bereich.


Ralf Liptau / flip
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