Ideen für eine attraktivere City-West vorgestellt

Mit Modellen und Visualisierungen wurden die Ideen für eine Umgestaltung diskutiert. (Foto: Liptau)
 
Unschönes Durcheinander: Die östliche City West soll irgendwann wieder ein Ort zum Wohlfühlen sein. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Bisher endet die City-West am Wittenbergplatz und reicht damit kaum nach Schöneberg hinein. Das soll sich ändern, indem das autogerechte Niemandsland bis zum Nollendorfplatz aufgewertet wird. Die Planer rechnen allerdings mit einem Zeithorizont von 15 Jahren.

"Wir wollen den Bereich endlich wieder in die Stadt zurückholen, indem wir die völlig überholten Ideen einer verkehrsgerechten Stadt an dieser Stelle rückgängig machen", so Sibyll Klotz (B’90/Grüne) als für Stadtentwicklung zuständige Stadträtin von Tempelhof-Schöneberg. Gemeinsam mit dem Regionalmanagement City West und den Stadtplanern der "Gruppe Planwerk" hatte sie zu einer Info- und Diskussionsrunde in die Urania eingeladen. Dabei sind Anwohnern und Interessierten erste Ideen für eine Neugestaltung des gesamten umliegenden Stadtbereichs vorgestellt worden. Finanziert über das Förderprogramm Aktive Zentren hatte das Büro "Gruppe Planwerk" eine Machbarkeitsstudie für insgesamt sieben Teilbereiche zwischen Wittenberg- und Nollendorfplatz erstellt. Im Fokus standen zunächst die Abschnitte westliche Kleiststraße zwischen Wittenbergplatz und Urania, die unterhalb verlaufende Lietzenburger Straße und die Straße an der Urania. "Die anderen Gebiete sind noch Zukunftsmusik", so die Stadträtin. Denn hierfür sollen erst im September Fördergelder - ebenfalls aus dem Topf der Aktiven Zentren - beantragt werden.

Im Mittelpunkt der planerischen Überlegungen stand deshalb zunächst der Bereich zwischen Wittenbergplatz und Urania. Der beauftragte Stadtplaner Heinz Tibbe nennt sie eine "riesen Durststrecke", die durch die U-Bahn unterirdisch wohl frequentierter sei als auf den Gehwegen. Er ist überzeugt davon, dass auf dem Abschnitt je eine Autofahrbahn pro Richtung weggenommen werden könnte. Damit wäre es möglich, entweder die Gehwege auf beiden Seiten so zu verbreitern, dass eine zweite Baumreihe gepflanzt werden könnte. "Es entstünde so eine Art Boulevard", erklärt Tibbe. Die zweite Möglichkeit: Der bestehende Mittelstreifen wird von zehn auf 14 Meter verbreitert und künftig durch Aktivitäten wie eine temporäre Outdoor-Galerie oder Marktangebote belebt.

Ähnliches schlagen die Planer für die Straße An der Urania vor. Die Zahl der Fahrspuren muss hier erhalten bleiben. Der Mittelstreifen sei allerdings auch so breit genug, um neue Angebote zu machen. Tibbe denkt auch dort an Marktstände. Weichen soll allerdings der Mittelstreifen der Lietzenburger Straße. "Damit kann keiner etwas anfangen", so der Planer. Er schlug deshalb vor, die nördliche Fahrbahn weiter nach Süden zu verlegen, um so im Norden mehr Platz für Fußgänger und eventuell für neues Bauland zu schaffen. So wäre es schließlich möglich, das "Wormser Dreieck" an der Wormser Straße zu bebauen.

Die Vorschläge des Planerbüros ist bei diesem ersten Infotreffen in der Urania mit den Anwohnern diskutiert worden. Deren Ideen werden im Moment eingearbeitet.

Zu einer zweiten Informations- und Diskussionsrunde laden die Veranstalter am Dienstag, 20. August, ab 18.30 Uhr wieder in die Urania.

Ralf Liptau / flip
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