Maaßenstraße soll in diesem Jahr umgestaltet werden

Die südliche Maaßenstraße soll künftig als Begegnungszone organisiert sein. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Seit Ende vergangenen Jahres diskutierten Anwohner, Bezirkspolitiker und Verkehrsplaner über die künftige Gestalt der Maaßenstraße. Als Modellprojekt soll sie Berlins erste Begegnungszone werden. Nun wurden Pläne vorgestellt.

Alles gleichzeitig geht eben nicht: Momentan können Autofahrer in der Maaßenstraße im Abschnitt zwischen Nollendorfstraße und Winterfeldtplatz an den Seiten parken und auf breiter Fahrbahn fahren. Zudem drängeln sich hier die Fußgänger und Radfahrer aneinander vorbei und die Gehwege sind teilweise mit der Außenbestuhlung der anliegenden Gastronomen verstellt. An wohl kaum einer anderen Stelle in Berlin kommen sich die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer so gefährlich nahe wie hier - zumal mittwochs und sonnabends beim gut besuchten Wochenmarkt auf dem Winterfeldtplatz. Irgendwer muss also weichen oder sich zumindest einschränken.

Wer das sein kann und wie sich allgemein die Verkehrssituation vor Ort verändern kann, diskutieren die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Bezirk und die Anwohner seit Ende 2013 im Rahmen eines Modellprojekts: Die südliche Maaßenstraße soll Berlins erste Begegnungszone werden, die sich grob an entsprechenden Vorbildern in Holland und der Schweiz orientiert. Über mehrere Wochen konnten Anlieger über eine Online-Plattform und bei einer Bürgerveranstaltung ihre Ideen einbringen. Nun wurden die ersten Pläne vorgestellt.

Eckhart Heinrichs vom Planungsbüro LK Argus schlug Ende Januar bei einer Infoveranstaltung unter anderem vor, alle 50 Straßenparkplätze zwischen Nollendorf- und Winterfeldtstraße ersatzlos zu streichen. Im unmittelbaren Umfeld stünden für die Anwohner fast 2000 andere Parkplätze zur Verfügung. Auch die Fahrbahn will er deutlich verschmälern und verschwenken, also leichte Kurven einbauen. Denn die bisherige 30er-Zone soll künftig ein Tempolimit von 20 Stundenkilometern haben.

Die baulichen Maßnahmen würden dazu beitragen, dass die neue Geschwindigkeitsbegrenzung auch eingehalten wird. Ein weiterer Vorteil: Auf beiden Seiten der Straße würde damit eine insgesamt 28 Meter breite Fläche für die Fußgänger entstehen. Die so gewonnene Freifläche könnte mit Bänken und ähnlichem ausgestattet werden.

Dass die breiten Wege nicht für zusätzliche gastronomische Angebote genutzt werden, soll in den Plänen festgeschrieben werden. Denn die Anwohner, die schon jetzt unter dem teilweise zu bunten Treiben auf der Straße leiden, fürchten sich vor einem verstärkten "Ballermann-Effekt". Auch sonst werden die Pläne freilich nicht unkritisch gesehen: Einige Anwohner wollen beispielsweise auf die Parkplätze direkt vor ihrer Haustür nicht verzichten.

Im März sollen die Pläne an das Bezirksamt übergeben und von dort aus zur Diskussion in die Bezirksverordnetenversammlung weitergereicht werden. Die Umgestaltung soll der Straße dann in der zweiten Jahreshälfte erfolgen.

Informationen unter www.begegnungszonen.berlin.de.

Ralf Liptau / flip
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