Bezirksverordnete gewähren kleinem Sportverein binnen Stunden Sondermittel

Schöneberg. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Das Sprichwort traf jetzt auf die Bezirksverordnetenversammlung zu. Binnen Stunden bewilligte sie einem Schöneberger Sportverein 2000 Euro.

Freitag um 13.30 Uhr saßen die Jungen vom Deutschen Basketball Club (DBC) mit ihrer Betreuerin Gerhild Wendland im Zug nach München. „Ein kleines Wunder“, so Beate Zunk, Mutter eines der 14 Spieler der U14-Jungen-Mannschaft.

Nach drei überraschenden Siegen in der Zwischenrunde standen die jugendlichen Basketballer aus dem Schöneberger Norden im Final Four der Deutschen Jugendmeisterschaften am letzten Maiwochenende.

Die Reisen zu den Vorrunden hatten die Eltern selbst bezahlt beziehungsweise für einige Kinder unter sich aufgeteilt. Die Fahrt nach München hätte der kleine Basketballverein aus der Pallasstraße aber nicht mehr alleine stemmen können. Nach vergeblicher Sponsorensuche hatte Beate Zunk am Vormittag vor der BVV-Sitzung am 17. Mai bei den Fraktionen ihr Glück versucht. Bei der CDU erreichte sie schließlich Fraktionsgeschäftsführer Christian Zander. Bis 15 Uhr sollte Beate Zunk den Antrag samt Kostenvoranschlag einreichen.

Der übliche, wochenlange Weg bis zur Sondermittelvergabe – Antragstellung, Stellungnahme des Bezirksamts, Beratung im Hauptausschuss, Abstimmung in der BVV – konnte hier nicht gegangen werden. Schnell musste die Zustimmung zu einem Dringlichkeitsantrag her. Christian Zander kontaktierte die anderen Fraktionen. „Das Bezirksamt hat seine Zustimmung mündlich signalisiert“, berichtet Grünen-Fraktionschef Rainer Penk. Um 20.10 Uhr habe sie die Zusage erhalten, so Beate Zunk, am übernächsten Tag sei das Geld angewiesen worden.

Lars Rauchfuß (SPD), Vorsitzender des Hauptausschusses, dankte seinen Kollegen in den Fraktionen für ihre „sehr schnelle und engagierte Abstimmung“. Sie hätten für einen guten und förderungswürdigen Antrag schnell und pragmatisch gehandelt.

Aus dem Traum von einer Deutschen Jugendmeisterschaft ist indes nichts geworden. "Die DBC-Spieler konnten vor dem lautstarken heimischen Publikum nicht bestehen", so Beate Zunk. Dennoch sei es eine tolle Erfahrung gewesen. „Und eine Medaille gab es auch noch.“ KEN
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