66 Jahre dem Hobby treu geblieben: Günter Koch baut Modelle stolzer Segelschiffe

Derzeit baut Günter Koch den Australischen Schoner „Enterprise“ nach. (Foto: Michael Uhde)

Staaken. Eine große Portion Engelsgeduld und viel Fingerspitzengefühl benötigt Günter Koch für sein Hobby. Der 75-Jährige Staakener baut filigrane Schiffsmodelle. Und das tut er mit großer Akribie seit seiner frühen Jugend.

Die verbrachte Koch in Prenzlauer Berg. „Dort habe ich 1949 mit dem Schnitzen von Borkenschiffen begonnen“, erinnert sich der Modellbauer. Später habe er dann bei einer Jugendgruppe im Zentralhaus der jungen Pioniere und in den Jugendferien Modellsegler gebaut. Seine Liebe gehört noch heute den stolzen Seglern.

„Als gelernter Bootsbauer habe ich immer Reste von Hölzern, die im Schiffsbau Verwendung finden, aufgehoben“, sagt Koch. Aus diesem Holz hat er bislang 13 Modelle von Segelschiffen sowie mehr als 100 Schiffs-Reliefs nach Zeichnungen und Plänen gebaut. „Als Vorlagen hat er sich immer weniger bekannte Schiffe ausgesucht. So entstand etwa ein Modell der „Admiral Karpfanger“. „Diese deutsche Viermastbark, die 1937 von der Reederei HAPAG als Segelschulschiff angekauft wurde, ging auf ihrer ersten Auslandsreise von Australien nach Europa vermutlich im Seegebiet von Kap Hoorn im März 1938 verschollen“, erzählt der Staakener. Aktuell baut er an einem Modell des Australischen Schoners „Enterprise“, dessen Original vor gut 95 Jahren vom Stapel lief.

1975 zog Koch nach Spandau. Hier hat er sich in seiner Staakener Wohnung eine Werkstatt eingerichtet. Am Werktisch sitzt er oft Stunden und baut seine Modelle. „Das dauert derweil viel länger, da meine Hände ein wenig zittrig geworden sind“, bedauert er. Umgeben ist er dabei von fertigen, originalgetreuen Modellen und unzähligen Büchern. Natürlich ist all das Fachliteratur über den Schiffsbau.

Drei seiner oft in jahrelanger Arbeit entstandenen Modelle hat Günter Koch verkauft. „Von einigen anderen würde ich mich schweren Herzens auch trennen, denn langsam wird es in meiner Werkstatt zu eng. „Gern würde ich auch meine Erfahrungen im Bau von Schiffsmodellen an junge Bastler weitergeben“, sagt der Bootsbauer. Die Idee sei ihm gekommen, als er kürzlich ein unfertiges Modell im Müll entdeckte. „Da hat wohl jemand verzweifelt aufgegeben“, sagt Koch. Er hätte ihm doch so gern weitergeholfen. Wer Interesse an seinen Schiffsminiaturen hat oder gern auf sein Hilfsangebot zurückgreifen möchte, kann Günter Koch unter  36 40 16 28 erreichen. Ud
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