Bürgermeisterin Angelika Schöttler zieht Bilanz und schaut voraus

Seit gut einem Jahr sitzt Angelika Schöttler (SPD) im Büro der ehemaligen Regierenden Bürgermeister im Rathaus Schöneberg. (Foto: Liptau)

Tempelhof-Schöneberg. Seit gut einem Jahr ist Angelika Schöttler (SPD) im Amt. Und fühl sich inzwischen "endgültig angekommen". Für die Berliner Woche blickt sie zurück auf die vergangenen zwölf Monate und voraus auf das, was kommen mag.

Die Notizen, die sich die Bürgermeisterin vor dem Gespräch gemacht hat, umfassen elf Seiten. "Es liegt ein bewegtes Jahr hinter uns", resümiert die 49-Jährige das, was man einen informellen Tätigkeitsbericht nennen könnte. Angelika Schöttler ist als Bürgermeisterin seit November 2011 zuständig für die Bereiche Personal und Finanzen, für die Wirtschaftsförderung und die Beauftragten für Frauen, Migranten und Menschen mit Behinderung. Mit dem, was sie gemeinsam mit ihrer Verwaltung in den vergangenen Monaten erarbeitet hat, rechnet sie sich gute Startchancen fürs kommende Jahr aus: "Wie haben viel auf den Weg gebracht und wichtige Weichen gestellt." Dafür blieb ihr de facto nur ein halbes Jahr. Denn weil der Landeshaushalt erst im Sommer beschlossen worden war, konnten auch die Bezirke erst ab da wirklich gestalten. "Ich freue mich natürlich, dass wir es geschafft haben, einen zulässigen Haushalt aufzustellen und uns nicht als Konsolidierungsbezirk vom Abgeordnetenhaus reinreden lassen müssen", so Schöttler.

Ein Preis, den die Verwaltung dafür schon seit Jahren zahlt, ist allerdings der konstante Abbau von Personal. Der Haushalt teilt sich auf in Sach- und Personalmittel. "Bei den Sachmitteln können wir einfach nicht viel einsparen. Deswegen traf es so oft die personelle Ausstattung", erklärt Angelika Schöttler. Was allerdings nicht dazu führte, dass Tempelhof-Schöneberg - wie die meisten anderen Bezirke - noch mal zahlreiche Stellen streichen muss. "Wie sind schon am unteren Rand angekommen, dort wo die anderen noch hin müssen", klagt die Bürgermeisterin.

2013 soll es deshalb dann doch an die Sachmittel gehen, um weiter zu sparen: Nachdem das Gebäude der Elisabeth-Rotten-Schule in Tempelhof bereits abgegeben wurde, wird nun der Verkauf der Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule am Tempelhofer Weg vorbereitet. Bis Ende 2014 soll dann auch endlich das Rathaus Friedenau zum Verkauf bereit sein.

Wie das vergangene wird auch das kommende Jahr vor allem unter der Überschrift des Sparens stehen und deshalb besondere Anstrengungen erfordern, wenn man die Politik im Bezirk trotzdem aktiv gestalten will. "Alle meine Ideen werde ich auch in Zukunft nicht durchsetzen können", sagt Schöttler. "Dafür habe ich einfach zu viele."


Ralf Liptau / flip
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