Einzugsbereiche von Grundschulen sollen verändert werden

Tempelhof-Schöneberg. Weil die Peter-Paul-Rubens-Schule in Friedenau ab dem kommenden Schuljahr Teil einer Gemeinschaftsschule werden soll und deshalb als Grundschule aufgehoben wurde, ist ihr Einzugsbereich abgeschafft.

Nun muss die Verteilung der Grundschulkinder neu geplant werden. Die entsprechenden Pläne, die Schulstadträtin Jutta Kaddatz (CDU) kürzlich vorgestellt hat, sind teilweise auf harsche Kritik gestoßen. Die SPD in Schöneberg lehnt die neuen Zuschnitte ab, besonders den Einzugsbereich der Teltow-Grundschule in der Feurigstraße. Deren ab dem Schuljahr 2013/14 geplanter Einzugsbereich sei ein "Angriff aus dem Hinterhalt auf die Zukunft der Schule", so der Schöneberger SPD-Mann im Abgeordnetenhaus, Lars Oberg. In der vergangenen Woche lud er Anwohner zum Kiezgespräch ein und bezeichnete Kaddatz’ Plan als "Wahnsinn". Der neue Einzugsbereich der Schule erstreckt sich als dünnes Band zwischen Kaiser-Wilhelm- und Grazer Platz "ohne jeden Kiezbezug oder sozialräumlichen Zusammenhang", so Oberg. Jutta Kaddatz ist derzeit im Urlaub, konnte sich also nicht äußern. Schulplaner Roger Gapp hingegen verteidigte die Pläne. Sie seien mit dem statistischen Landesamt entwickelt worden. Dabei sei man "sehr hausnummernkonkret" vorgegangen. Weil die Grundschulen in Friedenau voll besetzt seien, habe man die Kinder aus dem ehemaligen Einzugsgebiet der Rubens-Schule auf die Institutionen weiter im Norden verteilen müssen. Darunter die besagte Teltow- und die Sternberg-Grundschule. Der Entwurf sei den Schulleitungen Ende Juli vorgelegt und Anfang August ausführlich vorgestellt worden. Daraufhin seien die Schulkonferenzen angehört worden, 21 von 32 hätten zugestimmt. Jetzt gebe es eine Vorlage an das Bezirksamt. "Die wurde aber noch nicht beschlossen", so Gapp. Oberg kritisiert, dass den Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung die Pläne bisher nicht schriftlich vorgelegt und nur in einmaliger Ausführung pro Fraktion im Schulausschuss verteilt worden seien. "Eine umfassende und seriöse Beratung ist so natürlich nicht möglich und es drängt sich der Eindruck auf, dass Frau Kaddatz kein Interesse an einer vernünftigen Beratung hat." Die Anmeldungen für das neue Schuljahr beginnen im kommenden Monat.


Ralf Liptau / flip
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden