Filmretrospektive zum Themenjahr "Zerstörte Vielfalt"

Die Weintraubs Syncopaters waren eine deutsche Jazzformation, die - bis die Nazis an die Macht kamen - europaweit für Furore sorgte. (Foto: Archiv A. Dümling)

Tempelhof. Auch die ufa-Fabrik, Viktoriastraße 10-18, beteiligt sich am Berliner Themenjahr "Zerstörte Vielfalt". In diesem Rahmen findet an drei Tagen eine Retrospektive mit je zwei Filmvorführungen, Publikumsgesprächen und Talkgästen statt.

"Unsere Filmreihe befasst sich mit der destruktiven NS-Politik und deren politische sowie gesellschaftliche Folgen im Nachkriegsdeutschland", so ufa-Fabrik-Sprecherin Gabi Maria Metternich. Gezeigt werden preisgekrönte Dokumentar- und engagierte Spielfilme, die von der Zerstörung der kulturellen Vielfalt über das Hitler-Attentat von Georg Elsers bis zu den Spätfolgen der NS-Diktatur und deren juristische Aufarbeitung nach 1945 reichen. Zum Auftakt werden am 13. Oktober im historischen Kinosaal die Filme "Weintraubs Syncopaters - Bis ans Ende der Welt" und "Kurt Gerrons Karussell" gezeigt. Die Weintraubs Syncopators waren eine der ersten deutschen Jazzkapellen. Zusammen mit dem Komponisten und Pianisten Friedrich Hollaender schufen sie Hits wie "Mein Gorilla hat ’ne Villa im Zoo" oder "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen". Sie begleiteten Marlene Dietrich im UFA-Film "Der Blaue Engel" und avancierten damit zu den Tonfilm- und Bühnenstars dieser Zeit. Konzerttourneen machten sie in ganz Europa bekannt.

Der zweite Film des Abends, "Kurt Gerrons Karussell" handelt von dem Schauspieler, Regisseur und Entertainer Kurt Gerron. "Archivmaterialien, Zeitzeugenaussagen und für den Film ins Bild gesetzte Kabarettszenen lassen einen vergessenen Künstler auferstehen, der eine der faszinierendsten und tragischsten deutschen Show-Persönlichkeiten war", so Metternich.

Der historische Filmabend beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt kostet neun, ermäßigt sieben Euro. Informationen und Reservierung unter 75 50 30

Horst-Dieter Keitel / hdk
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