SPD will Hinweistafeln zu Krolloper und Skulpturengarten

Unbeachtet und versteckt: Die Infotafeln zu Skulpturengarten und Krolloper gegenüber des Reichstagsgebäudes. (Foto: Liptau)

Tiergarten. Direkt neben dem Tipi-Zelt und Kanzleramt gibt es im Tiergarten einiges zu lernen und zu sehen: Infotafeln erzählen über die Geschichte der Krolloper, der Skulpturengarten zeugt vom Protest europäischer Künstler gegen den Mauerbau. Nur: Das alles ist schwer zu finden.

Die Fraktion der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat deshalb zwei Anträge gestellt, in denen sie eine bessere Ausschilderung einerseits zu den Info-Tafeln im Bezug auf die Krolloper fordert, andererseits auch zum Skulpturengarten. An "entsprechender Stelle" an den Straßen John-Foster-Dulles-Allee/Scheidemannstraße, Heinrich-von-Gagern-Straße und Paul-Löbe-Allee solle das Bezirksamt jeweils "in geeigneter Weise" auf diese beiden Orte hinweisen. Auf der heutigen Rasenfläche gegenüber des Platzes der Republik und neben dem Kanzleramt haben Künstler in den Jahren 1961 bis 1963 bei einem "Symposium europäischer Bildhauer" Skulpturen geschaffen, mit denen sie ein Zeichen gegen den Mauerbau setzen wollten. Der Garten sei heute "ein wichtiges Zeugnis der Berliner (Kunst)Geschichte zu Zeiten der Mauer", argumentiert der SPD-Antrag.

Erst wenige Jahre, bevor hier die Skulpturen geschaffen wurden, waren auf der Fläche gegenüber des Reichstags die letzten Reste der im Krieg stark zerstörten Krolloper beseitigt worden. Seit 1844 war der Bau unter anderem als Vergnügungsetablissement, Komödienbühne und Opernhaus genutzt worden. Zu trauriger Berühmtheit gelangte er, als das Parlament nach dem Reichstagsbrand von 1933 hier einzog und im März des gleichen Jahres das so genannte "Ermächtigungsgesetz" verabschiedete. Damit war die NS-Regierung unter Hitler weitgehend unabhängig von Parlament und Reichspräsident - der Nazi-Terror nahm gehörig Fahrt auf.

Heute weisen zwei Hinweistafeln auf das Operngebäude und den Skulpturengarten hin. Laut SPD "fast versteckt" neben dem Tipi-Zelt. Der Antrag der Fraktion wird am Donnerstag, 18. April, in der BVV behandelt.


Ralf Liptau / flip
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