Straße in Schöneberg ist bereits umbenannt

Tempelhof-Schönebergs Baustadtrat Daniel Krüger enthüllte das neue Straßenschild am Nollendorfplatz. (Foto: Liptau)

Tiergarten. Eigentlich sollte die Einemstraße auf der kompletten Strecke zwischen Nollendorf- und Lützowplatz noch 2013 umbenannt werden. Weil Anwohner in Tiergarten Einspruch einlegten, ging Schöneberg kurz vor Weihnachten allein voran.

Die in Mitte für Kultur zuständige Stadträtin Sabine Weißler (B’90/Grüne) war bei der Umbenennung der Einem- in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße Mitte Dezember mit dabei. Gesprochen hat sie allerdings nicht. Denn die Enthüllung der Straßenschilder war, anders als geplant, eine rein Schöneberger Veranstaltung geblieben. Nachdem die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg die Umbenennung schon 2012 beschlossen hatte, zog Mitte 2013 nach. Politiker beider Bezirke waren sich am Ende darüber einig, dass der preußische Kriegsminister Karl von Einem von den Straßenschildern verschwinden sollte. Mit seiner Forderung nach der Vernichtung homosexueller Männer gilt er als Wegbereiter des Nationalsozialismus. Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) hingegen hat sich Mitte des 19. Jahrhunderts als einer der ersten Menschen überhaupt öffentlich gegen die Diskriminierung Homosexueller ausgesprochen.

Tempelhof-Schönebergs Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) hat die Entscheidung für die Umbenennung nochmals bekräftigt. Der Blick auf von Einems Äußerungen zeige, "dass er nicht in unsere heutige Zeit und schon gar nicht ins Berliner Straßenbild passt". Für die Tempelhof-Schöneberger Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) ist der neue Name "ein Zeichen dafür, dass sich etwas verändert hat". Ähnlich werden das die Amtsträger im Bezirk Mitte sehen. Sie werden voraussichtlich in 2014 die Gelegenheit haben, das nochmals öffentlich zu sagen. Bei der Umbenennung des zweiten und letzten Teils der Einemstraße.


Ralf Liptau / flip
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