Mann nach brutalem Polizeieinsatz gestorben

Wedding. Der 50-jährige Mann, der am 6. Oktober nachmittags in der Antwerpener Straße von Polizisten mit mehreren Schüssen aus nächster Nähe niedergestreckt wurde, ist tot.

Er erlag Freitagnachmittag im Virchowklinikum seinen schweren Verletzungen. Der Mann war am 6. Oktober in der Antwerpener Straße von alarmierten Polizisten gestoppt worden, weil er mit einer Axt und zwei Messern durch den Kiez rannte und auch die Beamten attackiert haben soll. Trotz Aufforderung, Pfeffersprayeinsatz und mehrerer Schüsse aus nächster Distanz ließ Andre C. nicht die Waffen fallen. Die brutale Festnahme wurde von Augenzeugen gefilmt. Die Bilder im Internet zeigen, wie ein Polizist dem am Boden liegenden Amokläufer von hinten in den Nacken tritt und mit dem Schlagstock auf ihn einprügelt. Ein Polizeihund verbeißt sich schließlich in seinem Arm.

Die Aufnahmen haben deutschlandweit für Entsetzen gesorgt. Über die martialische Festnahme wurde überregional berichtet. Andre C. musste notoperiert werden und lag tagelang im künstlichen Koma.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei der Polizisten wegen versuchten Totschlags. Der brutale Polizeieinsatz war auch Thema im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses am vergangenen Montag.

Gegen den Mann aus Wittenau lag auch eine Anklage der Staatsanwaltschaft Schwerin vor. Der erschossene Amokläufer soll vor einem Jahr versucht haben, seine Wohnung in einem Mietshaus in Schwerin anzuzünden.


Dirk Jericho / DJ
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