Ein Haus mit Geschichte

Westend. An dem geschichtsträchtigen Haus Am Rupenhorn 5 erinnert nunmehr eine Gedenktafel an die Familie Lindemann, in deren Auftrag der Architekt Bruno Paul das Haus im Bauhausstil erbaute. Bei der Enthüllung erhielt der Nachfahre Tomas Lindemann das Buch "Vom noblen Wohnsitz zum College - Das Haus Am Rupenhorn". Die Herausgeber Prof. Dr. Johannes Tuchel und Prof. Dr. Andreas Nachama haben darin die Geschichte des Hauses dargestellt. 1934 war die Familie aufgrund des nationalsozialistischen Rassenwahns gezwungen worden, das Haus weit unter Wert zu verkaufen. Dann zog der NS-Reichsminister für kirchliche Angelegenheiten, Hans Kerrl, in das Gebäude ein. Nach dem Krieg wurde es unter der britischen Militärregierung ein angesehenes Schulungszentrum für die Jugend und schließlich wurde hier deutsche Literaturgeschichte geschrieben. Günter Grass las hier erstmals vor der Gruppe 47 und machte dabei die Bekanntschaft von Ingeborg Bachmann und Walter Höllerer. Seit 2003 arbeitet hier das Touro College, die erste amerikanisch-jüdische Privatuniversität, wo erstmals das Fachstudium Holocaust etabliert wurde.
Frank Wecker / FW
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