Wohnhaus an der Weverstraße 36 nicht mehr standsicher

Berlin: Wohnhaus Weverstraße 36 |

Wilhelmstadt. Schocknachricht für 21 Mietparteien in der Wilhelmstadt: Wenn nicht bis Anfang August die Standsicherheit des Gebäudes Weverstraße 36 nachgewiesen ist, stehen die Bewohner auf der Straße.

Angefangen hatte alles mit Rissen, die Bewohner in der denkmalgeschützten Anlage Adamshof entdeckten. Die Bauaufsicht des Bezirksamtes Spandau wurde alarmiert. Die Mitarbeiter untersuchten das Gebäude und stellten fest, dass es auf Pfählen errichtet wurde, was in Havel-Nähe durchaus nicht ungewöhnlich ist. So steht auch die Zitadelle auf Pfählen. Doch die Gründung des Hauses an der Weverstraße 36 hat ihre Probleme: Erreicht Sauerstoff die Pfähle, kommt es zu einem Fäulnisprozess, und es ist um die Standhaftigkeit des Gebäudes geschehen.

Die Anlage des Architekten Adolf Stell galt eigentlich als vorbildlich: Frei stehend und umgeben von viel Grün, zählt sie zu den besonders attraktiven Ensembles in der Wilhelmstadt.

Was der Zitadelle erspart blieb, könnte sich an der Weverstraße abgespielt haben. Seien es Fehler beim Bau 1925 oder spätere Veränderungen im Grundwasser: es ist offenbar etwas Unvorhergesehenes passiert, was die leichten Absenkungen des Gebäudes hervorgerufen hat. Bauexperten nennen das „Setzung“.

Ein Prüfingenieur warnte mittlerweile davor, dass die Setzung weiter voranschreiten könnte, wenn die Pfahlkonstruktion nicht „grundlegend saniert“ werde. Das wirft die Frage auf, ob das Gebäude überhaupt zu retten ist. Die Gespräche zwischen Bezirksamt und Hausbesitzer sind schwierig. Das Gebäude gehört einer Eigentümergemeinschaft. Ein Teil der Eigentümer wohnt in dem Gebäude, ein Teil der Wohnungen ist vermietet.

Die Immobilienfirma Deutsche Wohnen will den Mietern helfen und hat darüber bereits Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) informiert. Im Falle einer längeren Sanierungszeit oder auch langfristig könne das Unternehmen Ausweichwohnungen anbieten. Weitere Angebote auch von anderen Vermietern nimmt das Bürgermeisterbüro entgegen per E-Mail an buergermeister@ba-spandau.berlin.de oder unter  902 70 23 00. CS
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Marcel Eupen aus Falkenhagener Feld | 05.07.2016 | 09:40  
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