Kostümverkauf am Wochenende 26. und 27. Oktober bei Theaterkunst

Viktorija könnte den Rest ihres Lebens im Fundus von Theaterkunst zubringen. (Foto: Wecker)

Wilmersdorf. Die besten Stücke aus dem Fundus der "Theaterkunst" befinden sich in der Kinemathek am Potsdamer Platz. Dennoch ist ausreichend Garderobe übrig, um am Wochenende 26. und 27. Oktober Kostbarkeiten zu erwerben. Erstmals seit 1907 verkauft das Unternehmen Theaterkunst Kostüme aus seinem Fundus.

Das ist ein gewaltiger Schritt für dieses Unternehmen, gehört es doch weltweit zu den führenden Kostümhäusern zur Ausstattung von Film- und Fernsehproduktionen. Bisher wurde jedes Stück gesammelt und sorgfältig gepflegt, denn oftmals werden die aufwendig nach historischen Vorlagen gefertigten Teile gleich in beachtlichen Mengen gebraucht. Für einzelne Produktionen wie den Mehrteiler "Adlon" wurden 3500 Kostüme, für "Afrika, mon amour" etwa 1700 und für "Die Flucht" gar 7000 Kostüme verliehen. Maria Furtwängler erhielt als Gräfin Malenberg mehrere maßgeschneiderte Kostüme. So nah wie die Designer von Theaterkunst dürfte kaum jemand den großen Stars kommen. So hat Corinna Dobrott beispielsweise Joseph Fiennes, Kristen Stewart und Kate Winslet Maß genommen. Bei einer Inventur gilt es, etwa 10 Millionen Kostümteile zu zählen. Den größten Raum nehmen die rund 4 Millionen historischen Kostümteile ein, die bis zur Steinzeit zurückgehen. 3,5 Millionen Kostüme sind aus der heutigen Zeit, wobei "wir immer wieder Designermode nachkaufen", berichtet Geschäftsführerin Susanne Franke. Im Fundus sind etwa 2,3 Millionen Accessoires und rund 200 000 Uniformteile. Damit ist trotz der Einrichtung neuer Hallen in der Forckenbeckstraße die Lagerfläche ausgeschöpft. Es muss aber Platz für neue Kleider geschaffen werden, denn "die Mode von heute ist das Kostüm von morgen", sagt Susanne Franke. Selbst das Kleid der Vergangenheit unterliegt heute immer noch dem Zeitgeschmack, sodass nicht einfach historische Kostüme immer wieder verwandt werden können. Je nach Filmstil wird der Busen mal mehr mal weniger gehoben, wird mal mehr, mal weniger Bein gezeigt. Kurzum - "Theaterkunst" muss sich auch von wertvollen historischen Kostümen und Uniformen trennen. Des einen Leid ist des anderen Freud. Susanne Franke ist den Fundus durchgegangen und hat Hunderte Damen- und Herrenkostüme für den Verkauf zusammengestellt. Für die Faschingsausstattung ist alles dabei: Vom verführerischen hauchdünnen Seidenkleid aus den Ausstattungsrevuen über Rokokokostüme, wie sie Anna von England getragen haben könnte, den feschen Husaren, den Mafioso, den fantastischen Weltraumpiloten bis zum Monster aus "Die Schöne und das Biest" gibt es ein vielseitiges Angebot durch die gesamte Filmgeschichte - von Metropolis bis zu "Unsere Mütter unsere Väter". Wer Glück hat, kann vielleicht sogar ein Stück erwischen, das Catherine Zeta-Jones, Jeanne Moreau, Harald Juhnke oder Brigitte Mira getragen haben.

Der Kostümverkauf bei "Theaterkunst", auf dem Gewerbehof Forckenbeckstraße 8-13, öffnet am Wochenende 26. und 27. Oktober jeweils von 12 bis 16 Uhr.

Frank Wecker / FW
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