Wilmersdorfer führt ein großes Hotel in Afrika

Der Wilmersdorfer Alfons Maloschik ist Generaldirektor des Hotels Ivoire. (Foto: Wecker)

Wilmersdorf. Rund 270 000 Berufspendler gibt es in Berlin. Darunter dürfte es aber kaum einen geben, der wie Alfons Maloschik eine etwa zehnstündige Reise über rund 8500 Kilometer zurücklegt.

Alfons Maloschik pendelt zwischen seiner Wohnung am Roseneck und seinem Arbeitsort an der Lagune von Abidjan.In Abidjan, dem Wirtschaftszentrum der Elfenbeinküste, ist er Direktor des größten Hotels des Landes, des "Hotels Ivoire". Dabei schaut er nicht nur mal gelegentlich nach dem Rechten. Er ist regelmäßig jeden Monat mindestens eine Woche am Roseneck, wo seine Frau und seine Tochter leben. Diesen Wohnort hat er ausgewählt, "weil Berlin gegenüber anderen Großstädten preiswert ist, hier ein umfangreiches Kulturangebot mit internationalen Spitzenkräften besteht, Sportstätten vorhanden sind und die Verkehrslage günstig ist". Ausschlaggebend war jedoch, dass er hier seiner aus Kenia stammenden Adoptivtochter in den Europaschulen, zunächst der Judith-Kerr-Schule in der Friedrichshaller Straße und dann in der Sophie-Scholl-Schule im benachbarten Schöneberg eine französischsprachige und international ausgerichtete Ausbildung geben konnte. Jetzt studiert seine Tochter Hotelwesen und wird in die Fußstapfen ihres Vaters treten. Kurzum: "Berlin ist eine Attraktion für die ganze Welt", weshalb er auch seine französischen Freunde überzeugt hatte, von Paris nach Berlin zu ziehen, sodass die befreundeten Kinder auch gemeinsam die gleiche Schule besuchen können.

Afrika hatte er sofort ins Herz geschlossen, als ihn vor 37 Jahren die Interconti Gruppe eine Arbeit in Cape Town angeboten hatte. In den letzten 30 Jahren war er ausschließlich in Afrika unterwegs: von der Elfenbeinküste über Liberia, Kenia, Sambia, Jordanien, bis nach Saudi Arabien. Seinen 60. Geburtstag feierte er in Gabun, was bei Interconti zugleich den Eintritt in die Rente bedeutet.

2007/2008 war das einst größte Hotel Schwarzafrikas mit seiner Lagunen-Luxusstadt "Riviera Africana" reif für eine Modernisierung. Zudem mussten die Spuren der in den letzten Jahren über das Land hereingebrochenen Bürgerkriege beseitigt werden. Dafür wurde ein Kenner dieses Hotels gebraucht, wie es eben nur Alfons Maloschik ist, der schon die Bauphase begleitet hatte und die Ratschläge des ersten Präsidenten der Elfenbeinküste, Felix Houphouet-Boigny, aufnahm. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Der Wilmersdorfer Alfons Maloschik hat hier alle vier bisherigen Präsidenten der Elfenbeinküste bedient, ebenso die Präsidenten aller Nachbarrepubliken, Hillary Clinton und den ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan. Nur einen Bundespräsidenten hatte er dort noch nicht zu Gast. Er hofft aber, dass sich das bald ändern wird, denn "dieses Land hat ein riesiges Potenzial". Dank Alfons Maloschik hat es bei der Sanierung des Hotels auch Aufträge für deutsche und speziell auch Berliner Unternehmen gegeben.


Frank Wecker / FW
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