Nach Feuer in der Argentinischen Allee: Mieter erwarten besseren Schutz

Zehlendorf. Die Mieter an der Argentinischen Allee 55 und 57 hatten Glück im Unglück. Dank eines puren Zufalls wurde der Dachstuhlbrand frühzeitig entdeckt und gelöscht. Doch nun befürchten die Bewohner der Zeile weitere Brände.

Den brennenden Dachstuhl bemerkten Zivilbeamte am Sonntag, 6. April. Sie verfolgten Autoeinbrecher. Elf Mietparteien und Bewohner der angrenzenden Gebäude konnten so rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Auslöser des Unglücks war nach Polizeiangaben ein "technischer Defekt." Die Häuserzeile, zum Teil mit Fachwerkerkern, entstand nach Angaben der Wohnungsbaugesellschaft Gagfah 1937. Die 77 Jahre alten Bauten, 1950 wieder aufgebaut, haben keine Brandschutzmauern zwischen den einzelnen Abschnitten.

"Ein derartiger Brand könnte jederzeit wieder ausbrechen", vermutet Siegfried Ißmayer aus der Nachbarschaft. Die Böden im Dachstuhl sind nach Angaben des 78-jährigen Rentners nicht betoniert, sondern aus Spanplatten, deren Zwischenräume mit Stroh gestopft wurden. Brandschutz gab es damals kaum. "In den 30er-Jahren war dies nicht üblich", sagt Gagfah-Sprecherin Bettina Brenner. Im Zuge des Wiederaufbaus werde dies nun mit der Bauaufsicht und der Denkmalpflege abgestimmt. Auch gebe es keine Vorgaben zu Rauchwarnmeldern. Sowohl diese als auch Feuerlöscher werden von den Anwohnern vermisst.

Der komplette Wiederaufbau des Daches kann laut der Gagfah-Sprecherin erst nach Abstimmung mit der Bauaufsicht und des Denkmalschutzes erfolgen. "Das kann durchaus bis zu einem Jahr dauern", erklärt Bettina Brenner. In den Wohnungen der oberen Etage seien die Schäden durch das Löschwasser so massiv, dass die Mieter nur Zutritt für Beräumungen bekommen hätten. Sieben Mietparteien aus den beiden unteren Etagen konnten allerdings schon wieder ihre Wohnungen beziehen.

Da ein Wetterschutzdach errichtet wird, können auch die vier Mietparteien aus dem zweiten Obergeschoss eher in ihre Wohnungen zurück. Ihnen hat die Gagfah Gästewohnungen angeboten. Zudem sei man mit den Mietern im Gespräch über einen "dauerhaften Umzug in vergleichbare Wohnungen", so Brenner.


Martinus Schmidt / mst
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