Im neuen Sportzentrum lernen 1200 Schüler

Siebtklässler erhalten von Robert Bartko (r), Schulstadträtin Kerstin Beurich und Staatssekretär für Bildung Mark Rackles eine Schülercharta. (Foto: Wrobel)

Alt-Hohenschönhausen. Die Nachwuchssportler des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin gehören zur Elite des Sports in Deutschland. Ein 25 Millionen Euro teurer Schulneubau bietet ihnen jetzt beste Bedingungen zum Lernen und Trainieren.

"Für einen jungen Leistungssportler ist es nicht leicht, Schule und Sport miteinander zu vereinbaren", weiß Robert Bartko. Der ehemalige deutsche Radrennfahrer, Olympiasieger und mehrfacher Weltmeister kennt die Doppelbelastung, die auf vielen jungen Spitzensportlern lastet. Sportlicher Erfolg ist nicht nur mit Talent zu haben, er muss mit Training erarbeitet werden. Das kostet Zeit, die wiederum auf die schulische Leistung schlagen kann. "Eine Schule muss sich auf den Sportler einstellen, um die Belastung für ihn erträglich zu machen", sagt Bartko. Wie gut das funktionieren kann, das belegt das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin (SLZB). Hier lernen ab diesem Schuljahr rund 1200 junge Spitzensportler von der 1. Klasse bis zum Abitur. Mitten auf dem Sportforum Berlin mit dem Olympiastützpunkt entstand ein Schulneubau für mehr als 25 Millionen Euro, fortan zwei traditionsreiche Berliner Schulen zusammenwachsen lässt. Durch die Fusion der Werner-Seelenbinder-Schule mit dem Coubertin-Gymnasium kann sich das nun aus diesen Schulen hervorgegangene SLZB noch umfassender der leistungssportlich trainierenden Kinder annehmen. Über 15 Sportarten werden am SLZB gefördert, darunter Boxen, Basketball, Judo, Eisschnelllauf, Radsport und Bogenschießen. Am 5. September wurde der Neubau für die Eliteschule des Sports in der Fritz-Lesch-Straße 35 feierlich eröffnet.

Bartko, der heute als Funktionär den Bereich Leistungssport beim Landessportbund Berlin koordiniert, erinnerte sich anlässlich der Eröffnung des SLZB lebhaft an seine Schulzeit in der Werner-Seelenbinder-Schule. Er besuchte die Kader-Schmiede bis zum Jahr 1992. "Manchmal waren die Lehrer schon stressig. Doch sie haben etwas aus mir gemacht", erzählt er schmunzelnd. Auch für die Sportlerin Bente Kraus zählen heute nicht nur die eingefahrenen sportlichen Erfolge, sondern auch die schulischen. 1995 kam sie auf die Werner-Seelenbinder-Schule und wechselte hier in der 4. Klasse ihr Fach. Aus der Eiskunstläuferin wurde eine Eisschnellläuferin, die es schulisch bis zum Abitur brachte. Auch sie berichtet von der Doppelbelastung. "Mein schulischer Erfolg war möglich, weil ich den Unterrichtsstoff in Einzelstunden nachholen konnte."

Die Schule kümmert sich um ein optimales Zeitmanagement ihrer Schüler. Etwa 300 von ihnen wohnen im Internat gleich neben der Schule. Damit bleibt der Weg zu den Klassenräumen und den Trainingshallen kurz. Zeitfenster im Stundenplan ermöglichen das Training. Und wenn Wettkampf-Termine mit angekündigten Klausuren kollidieren, werden schulische Prüfungen auch schon mal verschoben. "Die Schüler gehen hier gerne zur Schule", bilanziert der Schulleiter Gerd Neumes. Auch wenn es die Lehrer hier mit sportlich Hochbegabten zu tun haben - sie fordern in den Fächern Mathe und Deutsch ebenso Leistung ab. Die Bilanz fällt bei beidem positiv aus. "Die schulischen Ergebnisse beim Mittleren Schulabschluss und dem Abitur sind trotz der Doppelbelastung überdurchschnittlich", sagt Neumes stolz. Weitere Informationen unter www.slzb.de.


Karolina Wrobel / KW
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