Oliver Feldhaus zeigt ungewöhnliche Bilder aus unserer Stadt

Peter-Jesus im Lustgarten. (Foto: Oliver Feldhaus)
Berlin: Nachbarschaftsgalerie |

Alt-Treptow. Eigentlich ist Oliver Feldhaus kein Fotograf. Der 52-jährige Angestellte hat sich das Fotografieren von Menschen aber angenommen, jetzt zeigt er seine Bilder.

Feldhaus wohnt seit 15 Jahren in Berlin und arbeitet in der Nähe des Reichstagsgebäudes. "Als Flüchtlinge aus Würzburg vor zwei Jahren am Brandenburger Tor kampierten, kam ich jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit dort vorbei. Ich kam mit den Leuten ins Gespräch, erfuhr von ihren Problemen und durfte bald auch mit meiner kleinen Kamera Fotos machen", erzählt er. Fotografen von Berliner Zeitungen, denen er seine Bilder zeigte, rieten ihm, eine "richtige" Kamera zu kaufen. Das hat er inzwischen getan.

Feldhaus ist bei vielen Ereignissen in der Stadt dabei, in der von der Polizei umstellten Gerhart-Hauptmann-Schule in der Ohlauer Straße schaffte er es sogar an den Absperrungen vorbei bis aufs Dach zu den Flüchtlingen. Er hat aber auch auf der Fanmeile zur Fußball-WM fotografiert oder bei Auftritten des Bundespräsidenten. Oft setzt er diese Bilder und jene vom Kampf der Flüchtlinge um Anerkennung in Kontrast zueinander. Inzwischen melden sich auch schon mal Zeitungen, weil sie eines seiner Bilder drucken möchten. "Der Berliner Fotomarkt ist aber ein abgefischter Karpfenteich, in dem ich dank meines Jobs nicht mitangeln muss", sagt Oliver Feldhaus.

Für die neue Ausstellung in der Nachbarschaftsgalerie Karl-Kunger-Straße 15 hat er rund 25 Fotos ausgewählt. Darunter das durch Wut geprägte Gesicht einer Kreuzberger Demonstrantin, einen Flüchtling am Rande des Dachs der Gerhart-Hauptmann-Schule und ein Porträt von Jesus-Peter. "Der Letztere ist immer wieder in der Stadt anzutreffen. Er ist sehr zurückhaltend und erzählt nur dem, der wirklich zuhören will, von Gott", erinnert sich Oliver Feldhaus an die Begegnung, bei der das Foto entstand.

Mit den aktuellen Bildern will Oliver Feldhaus auch die sozialen Gegensätze dokumentieren, die unsere Stadt prägen.

"Menschen - Landschaften" ist vom 2. bis 26. April in der Nachbarschaftsgalerie Karl-Kunger-Straße 15 zusehen. Geöffnet bei freiem Eintritt Donnerstag bis Sonntag von 15 bis 19 Uhr.
Ralf Drescher / RD
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2 Kommentare
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Werner Müller aus Kreuzberg | 29.03.2015 | 15:04  
Ralf Drescher aus Köpenick | 29.03.2015 | 19:24  
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