Die kommunale Musikschule setzt Konzept erfolgreich um

Die Musikschule "Hans Werner Henze" hat sich mit ihrer Orientierung auf die frühe musikalische Bildung einen neuen Kreis von Schülern erschlossen. (Foto: hari)

Biesdorf. Die Musikschule des Bezirks befindet sich auf einem guten Weg. Sie gewinnt immer mehr Schüler. In gleichem Maße nimmt die Abhängigkeit von Zuschüssen aus dem Topf für Musikschulen des Senats ab.

"Der 2010 eingeschlagene Kurs hat sich als erfolgreich erwiesen", sagt Kulturstadträtin Juliane Witte (Die Linke). Der Erfolg bestehe vor allem darin, neue Schüler aus Altersgruppen für die Musikschule gewonnen zu haben, die bisher nicht das Hauptklientel der Musikschule bildeten.

Bei einem Vergleich der Berliner Musikschulen im Jahr 2010 schnitt der Bezirk schlecht ab. Die Musikschule hatte im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zu wenige Schüler. Der Senat musste aus dem Ausgleichstopf für die Musikschulen rund 250 000 Euro zusätzlich an den Bezirk zahlen, um den Erhalt zu sichern.

Das im gleichen Jahr beschlossene neue Konzept für die Arbeit an der Musikschule sah ein grundlegendes Umsteuern vor. "Wir stehen seither noch mehr für eine musikalische Grundbildung, die alle Altersklassen umfasst und alle sozialen Schichten erreicht", erläutert Musikschulleiterin Yvonne Moser.

Der neue Kurs hatte allerdings finanzielle Einschnitte zur Folge. Aufwendungen für die Ensembles, etwa dem Jugendorchester, wurden gekürzt. Anderseits flossen frei werdende Mittel in neue Angebote, hauptsächlich in der frühen musikalischen Bildung von Kindern. Dazu zählen der "Babygarten" oder der "Musikgarten" für Kinder. Musikpädagogen gehen vermehrt in die Kitas und Schulen. Ende 2013 gab es bereits Kooperationen mit 33 Kitas im Bezirk.

Auch das Werben um Schüler ist erfolgreich. Bei den Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren stieg von 2010 bis 2013 die Zahl der Musikschüler von knapp 1700 auf fast 2250. Bei den Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren erhöhte sich die Zahl von rund 260 auf fast 560. Die Zahl der musizierenden Senioren wuchs von knapp 50 auf mehr als 120.

Insgesamt stieg die Zahl der Musikschüler von rund 2500 auf 3600 an. Der Erfolg schlägt sich auch finanziell nieder. 2013 musste der Senat aus dem Ausgleichstopf für die Musikschulen nur noch 60 000 Euro nach Marzahn-Hellersdorf überweisen. "In ein oder zwei Jahren wollen wir ganz ohne diesen Ausgleich auskommen", erklärt Moser.

Mehr Infos zur Musikschule unter www.berlin.de/musikschule-mh.

Harald Ritter / hari
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