Bezirksparlament verlässt zum Jahresende das Rathaus Wilmersdorf

Charlottenburg-Wilmersdorf. Trotz anhaltender Bedenken stimmte ein Großteil der Bezirksverordneten jetzt für die Verlegung des Dienstsitzes, damit dieser über den Liegenschaftsfonds verkauft wird. Neue Identität am Standort Otto-Suhr-Allee könnte ein erweiterter Name stiften: Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf.

Es war die nächste Etappe auf dem Weg zu einem tiefen Einschnitt, dessen Bekanntgabe Anfang des Jahres Aufsehen erregte. Und ein Signal an die Bürger: Die BVV verlässt zum Jahresende ihren Sitz im Rathaus Wilmersdorf. Es kommt zum Verkauf eines Gebäudes, welches bisher das Gleichgewicht der zusammengeführten Altbezirke sicherstellte. Die Ersparnis bei den Unterhaltskosten: rund zwei Millionen Euro pro Jahr."Das geschieht nicht aus Überzeugung, sondern aus finanzieller Notwendigkeit", machte die CDU-Fraktionsvorsitzende Susanne Klose noch einmal deutlich - um dann gegen Rot-Grün auszuteilen. "Sie hatten hier lange die Mehrheit", beklagte Klose eine versäumte Kursänderung in den vergangenen Jahren. Um Besonnenheit bat dann aber Parteifreund und Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler, dessen Ressort von den Sparmaßnahmen stark betroffen ist: "Wir sollten jetzt nicht mehr versuchen, jemandem die Schuld in die Schuhe zu schieben."

Auch SPD-Bürgermeister Reinhard Naumann bat um "Sachlichkeit und einen kühlen Kopf". Wesentlich für den Umzug der BVV ins Rathaus Charlottenburg sei es, Einschränkungen der Amtsgeschäfte möglichst gering zu halten, teilte er die Sichtweise Gröhlers.

Einigkeit im Parlament herrscht darin, dass durch den Verlust eines Verwaltungssitzes keine Angebote für Bürger entfallen sollen. Weniger Eintracht zeigte sich hinsichtlich eines Vorschlags der CDU. Diese hatte versucht, eine Umbenennung des Gebäudes Otto-Suhr-Allee in Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf schon im Beschluss zum Umzug aufzunehmen. Rot-Grün will darüber zu einem späteren Zeitpunkt diskutieren lassen - für eine sofortige Abstimmung sei es zu früh. "Wir haben die Kröte zu schlucken", stellte Holger Wuttig (SPD) fest. Debatten zur Namenserweiterung des Rathauses Charlottenburg hätten keine Priorität: "Unsere Bürger haben andere Probleme."


Thomas Schubert / tsc
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