Am U-Bahnhof "Onkel Toms Hütte" wird Fahrstuhl eingebaut

Stand vor verschlossenem Eingang. Suraya Malihudin (18) braucht für ihren Arbeitsweg jetzt länger. (Foto: M. Schmidt)

Dahlem. Eine Baustelle am U-Bahnhof "Onkel Toms Hütte" versperrt den Zugang von der Onkel-Tom-Straße zum Bahnsteig. Bis Ende November will die BVG einen Aufzug in die Station einbauen.

Die Fahrgäste, die am letzten Montag im April von der Westseite in den U-Bahnhof kamen, staunten nicht schlecht, als sie vor einem Drahtzaun standen. Dort gibt ein zweisprachiges Schild "Ihrer Berliner Verkehrsbetriebe" bekannt: "Wegen Bauarbeiten ist dieser Zugang zur U 3 geschlossen". Gebaut wurde am Montag indes noch nicht.Verärgerte U-Bahn-Nutzer, die den Umweg über die Riemeisterstraße nicht gehen wollten, wie ein etwa 35-jähriger Mann, schüttelten mit Kopf und beachteten die Tafel nicht weiter. Der lief rechts an den Baugittern entlang auf den Bahnsteig. Aber auch andere, die sich an die Vorgabe hielten ("Betreten der Baustelle verboten.") waren kaum begeistert über den verlängerten Weg zum Bahnsteig.

Dabei ist der Anlass für die Bauarbeiten erfreulich. Der U-Bahnhof "Onkel Toms Hütte" ist neben den Dahlemer Stationen Podbielskiallee, Thielallee, Oskar-Helene-Heim bislang noch ohne behindertengerechten Zugang. Im vergangenen November hatte die BVG den barrierefreien Ausbau für die Bahnhöfe ab 2014 angekündigt, wie Sprecher Klaus Wazlak damals mitteilte (die Berliner Woche berichtete). Nun wird der Aufzug an "Onkel Toms Hütte" voraussichtlich bis zum 29. November fertig. Für die Anwohner der Onkel-Tom-Straße ist die Sperrung des Westeingangs in dieser Zeit mit längeren Wegen verbunden.

Aber nicht nur sie beklagen sich über die Umwege. Suraya Malihudin arbeitet im Reformhaus Demeter direkt am blockierten U-Bahn-Eingang. Für die 18-Jährige bedeutet der Bauzaum für die Anreise zum Arbeitsbeginn und für die Fahrt nach Hause jeweils fünf Minuten mehr. Zudem wird ihre Mittagspause, bei der sie ebenfalls die U-Bahn benutzt, durch die Bauarbeiten entsprechend kürzer.

"Einfach so, ohne Vorbereitung" den Eingang zu schließen, findet eine blonde Mittvierzigerin "blöd", die ihren Namen nicht nennen will. Für den rund eine Million teuren Aufzug muss nach BVG-Angaben ein Teil der Treppe abgebrochen werden. Daher die Vollsperrung.


Martinus Schmidt / mst
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