US-Pilot Gail Halvorsen kommt zur Schultaufe

Schulleiterin Edelgard Ehrhardt freut sich auf das Fest mit Gail S. Halvorsen am 15. Juni. (Foto: M. Schmidt)

Dahlem. Gail Halvorsen, einer der wenigen lebenden US-Piloten, die 1948/49 das freie Berlin belieferten, kommt nach Dahlem. Anlass ist die Umbennung der 9. ISS nach ihm.

In einer Abstimmung Ende vergangenen Jahres hatte sich die Mehrheit der Integrierten Gesamtschule für den Namen des Rosinenbomberpiloten ausgesprochen. Die 9. ISS war 2011 aus der Alfred- Wegener- und der Beucke-Schule entstanden. Der 92-jährige Halvorsen, noch immer als Co-Pilot an Hilfseinsätzen beteiligt, wird sich für zehn Tage auf Einladung der "Förderfreunde Gail S. Halvorsen-Schule e.V." in Berlin aufhalten, teilte Vereinssprecher Casten Rogge-Strang mit.Am Sonnabend, 15. Juni, werde dann in Gegenwart von Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU), Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) und Vertretern der US-Botschaft die alte Realschule in Gail-S.-Halvorsen-Schule umbenannt, so Rogge-Strang.

Aus 36 Namensvorschlägen ging der pensionierte Flieger-Oberst als Sieger hervor. Besonders freute den Flugkapitän im Ruhestand, dass er offenbar noch beliebter als Marlene Dietrich war. Einwände gegen den Namen gab es im sonst so streitfreudigen Berlin diesmal nicht.

In der Schule selbst ist die Luftbrücke ein großes Thema. Mit den 277 569 Flügen sicherten Amerikaner und Briten nach dem Krieg ein Jahr lang die Versorgung mit Lebensmitteln und Brennstoff im von der Sowjetunion blockierten West-Berlin. Mehr als 2 300 000 Tonnen an Gütern wurden auf diese Weise in die eingeschlossene Stadt gebracht, davon 27 Tonnen Schokolade.

Berühmt wurde Halvorsen damals, als er Süßigkeiten an Fallschirmen vor der Landung aus dem Fenster warf. Nach Auskunft von Schulleiterin Edelgard Ehrhardt sind die damaligen Ereignisse auch Thema im Unterricht der siebten bis neunten Klassen. Und Schautafeln in der Dahlemer Schule geben noch bis zum 17. Juni Einblick in die damalige Aktion.

Die Schulleiterin ist auch zufrieden, dass die namenlose Zeit der Schule vorbei ist. Ehrhardt betrachtet die Namensgebung als Neuanfang. "Wir starten durch" ist das Motto der ISS, die seit 2011 dem Prinzip der Inklusion folgt.

Mehr Informationen gibt es unter www.fghs-berlin.de.

Martinus Schmidt / mst
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