Mit 90 Jahren immer noch im Quartiersrat engagiert

Ernst Adolph (Mitte) mit dem Spandauer DGB-Vorsitzenden Christian Fromm (links) und seinem Stellvertreter Klaus Prosche. (Foto: Christian Schindler)

Falkenhagener Feld. Im März wurde Ernst Adolph wieder in den Quartiersrat für das Falkenhagener Feld Ost gewählt. Dabei feierte am 20. April im Evangelischen Gemeindehaus an der Westerwaldstraße bereits seinen 90. Geburtstag.

Wenn Ernst Adolph privat einlädt, hat das immer auch offiziellen Charakter. Der jetzt 90-jährige Ingenieur ist Mitglied des Spandauer Kreisvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Und weil er bei dessen Sitzungen nie fehlt, kommen auch dessen Mitglieder zu seinen Einladungen. "Er kümmert sich intensiv um Arbeitslose", sagt der Spandauer DGB-Vorsitzende Christian Fromm über Adolphs Aufgabe im Kreisvorstand.

Ernst Adolph wurde das politische Engagement quasi in die Wiege gelegt. Aufgewachsen in Friedenau, erlebte er, wie eine Nachbarin 1933 der Familie eine Nazi-Fahne schenkte, damit die zu offiziellen Anlässen aus dem Fenster gehängt werden konnte. "Mein Vater hat die gleich weggeworfen", berichtet Adolph. Sein beruflicher Weg führte ihn zu vielen Firmen in Berlin und in Westdeutschland. Die Entwicklung von landwirtschaftlichen Maschinen wurde seine Spezialität, zum Schluss waren es Windräder. Immer war er dabei auch in der Gewerkschaft. Sein moderner Verdi-Mitgliedsausweis verzeichnet, dass er im September 1949 Mitglied wurde.

Seit 1985 wohnt der ledige Gewerkschafter fast in Sichtweite des Evangelischen Gemeindehauses, wo er gerne darüber diskutiert, dass Jesus der erste Sozialist gewesen sei. Und wo er sich im Quartiersrat im Rahmen des Quartiersmanagements dafür einsetzt, dass sein Kiez auch ein sozial stabiler Ort bleibt. Gratulation für so viel Engagement und Lebenserfahrung!


Christian Schindler / CS
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