SPD hat ungewöhnliche Pläne für den Tierpark Friedrichsfelde

Friedrichsfelde. Die SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat vorgeschlagen, im Tierpark ein Spaßbad zu bauen. Das soll den Landschaftszoo noch attraktiver machen.

"Wir können in Lichtenberg ein neues Bad gut gebrauchen", sagt der Lichtenberger Fraktionsvorsitzende der SPD, Erik Gührs. Weil der Senat derzeit den Bau von vier neuen Spaß- und Freizeitbädern in Berlin diskutiert, will Gührs den Zuschlag für Lichtenberg erwirken. Eine gemeinsame Initiative mit Marzahn-Hellersdorf zeigt, dass die SPD ihren Vorschlag Ernst meint. Als Standort wählten die beiden SPD-Fraktionen die Bezirksgrenze, die am nördlichen Rand des Tierparks verläuft. Mit dem Bau eines Spaßbads bekäme der Tierpark also auch einen nördlichen Eingang. Die Anbindung an die B1/B5 und der Bau von Parkplätzen würden für mehr Busverkehr und daher auch für mehr Besucher im Tierpark sorgen, so Gührs’ Kalkül.

Auch Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) kann der Idee viel Gutes abgewinnen, selbst wenn er sie für "ein wenig verrückt" hält. "Wir dürfen den Vorschlag nicht abtun", sagt Geisel. Weil immer mehr Familien nach Lichtenberg zögen, müsse sich auch die Infrastruktur im Bezirk ändern. Ein zusätzliches Freibad könne da nicht schaden.

Und: "Für Marzahn-Hellersdorf wäre das gleichzeitig ein Ersatz fürs geschlossene Wernerbad". Das Kaulsdorfer Freibad war das einzige im Nachbarbezirk und schloss 2002. Mittlerweile ist die Fläche entwidmet, eine Wiedereröffnung kaum mehr möglich. Dagegen wäre der Bau eines Bads auf der Fläche des Tierparks, der mit 160 Hektar der größte Landschaftszoo Europas ist, prinzipiell möglich. "Die nördliche Fläche wird kaum genutzt. Es müsste kein Tiergehege weichen", sagt Geisel, räumt aber ein: "Natürlich muss zuerst geprüft werden, ob ein solches Spaßbad überhaupt wirtschaftlich zu führen wäre."

Den Vorschlag der SPD-Fraktion haben die Lichtenberger Bezirksverordneten nicht sofort angenommen, sondern in drei ihrer Ausschüsse zur weiteren Debatte überwiesen - in den für ökologische Stadtentwicklung, den Schul- und Sport- sowie den Hauptausschuss.


Karolina Wrobel / KW
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