Bezirk soll Suche in sozialen Netzwerken regeln

Friedrichshain-Kreuzberg. Fast jeder Mensch hinterlässt heute Spuren im World Wide Web. Was wiederum andere, die mehr über ihn wissen wollen, die Suche erleichtert. Zum Beispiel dann, wenn sich die betreffende Person um einen Arbeitsplatz bewirbt.

Mit diesen Fragen ist natürlich auch das Bezirksamt konfrontiert. Dort gilt bisher die Regel, dass Daten zum Beispiel aus sozialen Netzwerken nicht bei der Mitarbeiterfindung herangezogen werden. So die Aussage von Bürgermeisterin Monika Herrmann (B 90/Grüne) bereits vor einigen Monaten. Eine konkrete Richtlinie für dieses Vorgehen existiert allerdings nicht. Sie wird jetzt von der BVV eingefordert.

Aber das Thema, das wurde schon bei der Beratung in den Ausschüssen klar, geht über das googlen eines möglichen künftigen Beschäftigten hinaus. Und selbst hier stellten sich manche die Frage, warum es eigentlich nicht erlaubt sein sollte im Netz mehr über diesen Menschen zu erfahren. Erst recht, wenn diese Person dort von sich aus Informationen preisgibt.

Unabhängig davon ist auch zu klären, wie mit den Nachrichten umgegangen wird, die die aktuell Beschäftigten im Internet hinterlassen? Was passiert, um ein Beispiel aus einer Ausschussdebatte zu zitieren, mit einem Mitarbeiter, der sich krank gemeldet hat, aber bei Facebook postet, dass er gerade Party macht? Und dort vielleicht Kollegen als Freunde hat, die das mitbekommen? Dumm gelaufen und selber schuld, könnte die Antwort bei so einem Fall lauten. Er macht aber gleichzeitig klar, wie schwer es sein kann, alle Aktivitäten im Netz einfach zu negieren.

Bei den meisten Bezirksverordneten scheint zwar die Ansicht vorzuherrschen, die Recherchen in der virtuellen Welt möglichst zu unterbinden. "Aber ob und wie das geregelt werden kann, solche Antworten soll uns ja gerade die Richtlinie geben", meint Felix Just (Piraten), Vorsitzender des Ausschuss für Bürgerbeteiligung und Transparenz.


Thomas Frey / tf
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