In einem neuen Quartier entstehen 420 Wohnungen

Friedrichshain. Max wird 86 Meter hoch und 23 Geschosse haben. Bei Moritz sind es sogar drei Etagen mehr was eine Gesamthöhe von 95 Metern bedeutet. Beide Gebäude gehören damit zu den Top Ten unter den Wolkenkratzern in der Berliner Innenstadt.

Entstehen sollen die beiden Türme am westlichen Rand des Anschutz-Areals an der Mühlenstraße. Dort plant der Investor "Die Wohnkompanie" ein neues Stadtquartier mit 44 000 Quadratmeter Nutzfläche. Der Löwenanteil ist dabei für 420 Wohnungen sowie 77 möblierte Appartements, sogenannte Boarding-Houses, vorgesehen. Dazu kommen 80 Flächen für Büros, Gewerbe wie Fitness- und Wellness-Angebote, Gastronomie und Geschäfte sowie eine Kita. Diese konzentrieren sich auf insgesamt sechs Sockelbauten, die sich um die Hochhäuser gruppieren. Außerdem entsteht zwischen Max und Moritz ein 1500 Quadratmeter großer, öffentlicher Stadtplatz. Erhalten bleibt das denkmalgeschützte ehemalige Übernachtungshaus auf dem Grundstück. Es wird künftig ebenfalls Büros beherbergen.Die Pläne wurden am 30. Oktober von Wohnkompanie-Geschäftsführer Stephan Allner und Architekt Tobias Nöfer vorgestellt. Nöfer sieht seine Hochhäuser als ein "städtebauliches Unikat, die gleichzeitig in die Umgebung eingebunden" seien. Nicht zu vergessen sei natürlich die wunderbare Aussicht von den oberen Etagen bis über die Berliner Stadtgrenze hinaus.

Wer sich in dieser Höhenlage ein Appartement sichern möchte, muss tief in die Tasche greifen. Rund 8000 Euro kostet für Käufer der Quadratmeter in dieser Höhenlage. Die untere Spanne bei Eigentumsobjekten liegt bei etwa 2500 Euro. Der Durchschnittspreis wird mit 3950 Euro veranschlagt.

Die Eigentumswohnungen entstehen im Haus Max, das auf der Südseite des Grundstücks errichtet wird. Im etwas höheren Pendant Moritz wird es dagegen Mietwohnung geben. Deren Preisniveau bewegt sich laut Stephan Allner zwischen neun und 14 Euro. "Das bedeutet, dass die günstigeren Objekte quersubventioniert werden sollen." Den Mietturm plant die Wohnkompanie zu verkaufen, zum Beispiel an einen Pensionsfonds. Wobei das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. "Möglicherweise behalten wir ihn auch selbst, auch wenn wir bisher in diesem Geschäftsfeld eigentlich nicht unterwegs sind", meint Allner.

Die Wohnungsgrößen in den Türmen bewegen sich zwischen 50 und 130 Quadratmetern. In jedes Appartement soll ein Fahrradabstellplatz integriert werden. In der Tiefgarage wird es lediglich 78 Autoparkflächen mit Stromanschluss für E-Mobility geben.

Dass die Türme Max und Moritz heißen, sei ein spontaner Einfall gewesen, um dem Objekt einen griffigen Namen zu geben. Darüber hinaus passe die Bezeichnung nach den beiden Titelfiguren eines berühmten Buches von Wilhelm Busch aber ganz gut zu dieser Gegend. "Max und Moritz waren ja bekanntlich renitent." Einen ähnlichen Nimbus habe auch Friedrichshain.

Das gilt im Spreeraum vor allem für die Aktivisten von Mediaspree versenken. Die haben im Jahr 2008 einen erfolgreichen Volksentscheid durchgesetzt, der eigentlich den Bau von Hochhäusern in dieser Gegend verhindern soll. Mit Gegnern ihrer Pläne seien sie aber bisher nicht konfrontiert worden, sagt Stephan Allner. Seiner Meinung nach richten sich die Proteste auch eher gegen eine Bebauung direkt an der Spree. "Da sind wir etwas außen vor."

Anschutz-Manager Michael Kötter erinnerte noch einmal daran, dass die jetzt entstehenden Hochhäuser Teil eines bereits im Jahr 2003 öffentlich diskutierten und abgesegneten Bebauungsplans gewesen seien. Und er zeigte sich erfreut darüber, dass zum ersten Mal ein Wohnquartier auf dem Areal entsteht.

Der Bau der Zwillingstürme und der umliegenden Gebäude kostet mindestens 172 Millionen Euro. Start für das Projekt soll im Frühjahr 2014 sein. Die Einweihung gut zwei Jahre später.


Thomas Frey / tf
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