Investor auf Freudenberg-Areal will Baugenehmigung ohne Auflagen

Friedrichshain. In der unendlichen Geschichte um die Bebauung des Freudenberg-Areals an der Boxhagener Straße hat es zuletzt eine neue Wendung gegeben. Wie am 22. Januar bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung bekannt wurde, hat der Investor, die Firma Bauwert, inzwischen einen Bauantrag nach Paragraph 34 gestellt.

Der besagt, dass ein Vorhaben ohne Auflagen genehmigt werden kann, sofern es sich in die Struktur der umliegenden Bebauung einpasst. Genau dieser Fall könnte auch an dieser Stelle vorliegen. Wahrscheinlich müsste die Bauwert dann zwar ihre bisherigen Pläne verändern, aber grundsätzlich räumen ihr Experten gute Chancen ein, auch wenn der Bezirk den Antrag auf Paragraph 34 zunächst abgelehnt hat.

Dagegen reichte der Investor Widerspruch bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein. Möglicherweise werde dort dem Vorgehen von Friedrichshain-Kreuzberg erst einmal gefolgt, meinte Baustadtrat Hans Panhoff (B 90/Grüne). Aber vielleicht mit weniger Auflagen, als bisher eigentlich vereinbart waren.

Denn im Zuge der langwierigen Verhandlungen wurden der Bauwert einige Zugeständnisse abgehandelt. Etwa eine öffentliche Grünfläche auf dem Areal oder der Bau einer Kita und eines Stadtteilzentrums. Außerdem wurde zum ersten Mal die Forderung nach einem Anteil preisgünstiger Wohnungen durchgesetzt. Bei rund zehn Prozent der Gesamtwohnfläche sollte die Einstiegsmiete 5,50 Euro pro Quadratmeter betragen. Diese Zusagen könnten sich jetzt als Makulatur erweisen. Zumal die Bauwert anscheinend in Sachen günstige Mieten jetzt einen anderen Weg einschlägt. Sie hat vor, etwa 100 ihrer rund 600 geplanten Wohnungen an die Wohnungsbaugesellschaft HoWoGe zu verkaufen, die daran Interesse hat. Ein Teil davon soll, mittels Förderung, preiswert angeboten werden.

Der Schwenk des Investors in Richtung Paragraph 34 des Baugesetzes erklärt sich wahrscheinlich mit seinem Frust über die nicht endenden Auseinandersetzungen. Gegen sein Bauvorhaben macht eine Bürgerinitiative mobil, unter anderem mit knapp 3000 Unterschriften, die im vergangenen Herbst gesammelt wurden.


Thomas Frey / tf
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