Kinder auf Frühchenstation betroffen

Friedrichshain. Auf der Frühchenstation des Vivantes Klinikums im Friedrichshain wurden Anfang Januar mehrere Babys mit dem sogenannten RS-Virus infiziert.

Das RSV (Respiratorische-Synzytial-Virus) ist ein Erreger, der bei Erwachsenen und gesunden Kindern im Normalfall höchstens eine eher harmlose Erkältung nach sich zieht. Er kann allerdings auch zu Atemwegserkrankungen oder Lungenentzündungen führen. Besonders gefährdet sind Frühgeborene mit einer geschädigten Lunge sowie Kinder mit Herzfehlern und Abwehrschwäche. Bei keinem der betroffenen Säuglinge habe Lebensgefahr bestanden, sagt Vivantes-Sprecherin Mischa Moriceau. "Bei einem Schnelltest wurde bei zehn Babys der Virus festgestellt. Von ihnen waren fünf erkrankt." Zwei waren bis zum 8. Januar wieder gesund, drei weitere mussten auch in den Tagen danach wegen Schnupfen, Bronchitis sowie einer Lungenentzündung behandelt werden. Alle Betroffenen befanden sich auf der Nachsorgestation für Frühgeborene. Die Kinder sind zwischen Anfang November und Anfang Dezember zur Welt gekommen, waren also zum Zeitpunkt ihrer Infektion zwischen vier und acht Wochen alt.

Übertragen wird der Virus durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion, zum Beispiel Husten oder Niesen. Die Babys könnten sich sowohl bei ihren Eltern, beziehungsweise anderen Angehörigen, als auch beim Krankenhauspersonal angesteckt haben. Die Überträger wissen häufig gar nicht, dass sie sich mit RSV infiziert haben.

Als Konsequenz wurden in der Nachsorgestation bei Vivantes in Friedrichshain zunächst keine neuen Patienten mehr aufgenommen. Außerdem gab es zusätzliche Hygienemaßnahmen, etwa Kittel-, Mund- und Kopfschutz, Handschuhe oder Hände-Desinfektion für Besucher und Personal.

Außer in Friedrichshain meldeten auch andere Berliner Kliniken RSV-Fälle. Etwa in der Charité. Dort waren bereits im Oktober mehrere Kinder, damals nach einer Infektion mit Serratien-Bakterien, erkrankt.


Thomas Frey / tf
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