Vortrag zum Namensakt der Nazis

Friedrichshain-Kreuzberg. Vom 26. September 1933 bis 1945 lautete die Bezeichnung für Friedrichshain "Horst-Wessel-Stadt", später Verwaltungsbezirk Horst Wessel.

Damit erinnerten die NS-Machthaber an einen 23-jährigen SA-Sturmführer, der am 14. Januar 1930 in seiner Wohnung in der damaligen Großen Frankfurter Straße, der heutigen Karl-Marx-Allee, von einem KPD-Mitglied niedergeschossen wurde. Er erlag wenige Wochen später, am 23. Februar 1930, seinen Verletzungen.Hintergrund für die tödliche Fehde waren zwar auch politische Auseinandersetzungen, aber nicht nur. Die Nazis machten aus Wessel einen Märtyrer ihrer Bewegung. Nach ihrer Machtübernahme gaben sie nicht nur dem Bezirk den Namen Horst Wessel, sondern auch dem Krankenhaus Friedrichshain, seinem Sterbeort.

Sein Mörder war im September 1930 zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er wurde drei Jahre später von einem SA-Kommando umgebracht. Gleiches geschah mit weiteren an der Tat Beteiligten.

Zu den Geschehnissen und der Umbenennung des Bezirks vor 80 Jahren gibt es am Donnerstag, 26. September, im Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Adalbertstraße 95A einen Vortrag des Historikers Prof. Manfred Gailus. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.


Thomas Frey / tf
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