Ernst-Reuter-Oberschüler attackieren Brandenburger Schüler

Gesundbrunnen. Bei der Vorstellung "Klasse Tour" vom Jugendtheater Strahl sollen Schüler der Ernst-Reuter-Oberschule in der Stralsunder Straße 54 Siebtklässler einer Eberswalder Oberschule mit Messern bedroht und geschlagen haben.

Die sechs Schauspieler vom Jugendtheater Strahl waren am 25. November vormittags so gernervt, dass sie ihre Vorstellung im Admiralspalast in der Friedrichstraße unterbrechen mussten. Wie Theatersprecherin Lilo Rössler sagte, seien einige Schüler rumgelaufen und hätten gestört. Laut Polizei wurden die Schauspieler auch mit Papierkugeln beworfen.

Insgesamt waren an dem Vormittag 360 Jugendliche aus neun Schulen im Theatersaal. Weddinger Jungen einer achten und neunten Klasse hatten sich mit drei siebten Klassen aus Eberswalde in die Haare gekriegt. Zwei Eberswalder Schüler sollen schon während der Aufführung mit Messern bedroht worden sein, so ein Polizeisprecher. Nach der Vorstellung warteten dann die etwa 50 Schüler der Ernst-Reuter-Oberschule im Durchgang zum Admiralspalast und griffen die Brandenburger verbal und mit Faustschlägen an. Gegen einen Bus sollen die Weddinger Halbstarken einen Nothammer geworfen haben.

Die Eberswalder Lehrer erstatteten erst nach ihrer Rückkehr Anzeige. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung.

Das für Jugendgruppengewalt zuständige Fachkommissariat der Polizeidirektion 3 konnte schon einen Tag nach dem Vorfall insgesamt neun Schüler der Ernst-Reuter-Oberschule namhaft machen. Drei Jungen im Alter von zwölf und 13 Jahren sollen die Brandenburger bedroht und geschlagen haben. Die Ermittlungen der Kripo dauern an.

Die Schulleiterin der Ernst-Reuter-Oberschule wollte zu den Ausrastern ihrer Schützlinge keinen Kommentar abgeben. Unklar ist auch noch, warum die zwei Weddinger Lehrer nicht eingeschritten sind oder selbst die Polizei zu Hilfe gerufen haben. "Man muss die Ermittlungen abwarten", sagt Thorsten Metter von der Senatsbildungsverwaltung zu möglichen Konsequenzen für die Pädagogen und Schüler. Er betonte, dass die Ernst-Reuter-Schule "aktiv an die Sache rangeht und auf den Vorfall reagiert." So hätte die Schulleitung Kontakt mit der Eberswalder Schule aufgenommen.

Der Vorfall soll gemeinsam mit Eltern, Lehrern, der Eberswalder Schule und Gewaltpräventionsexperten der Polizei aufgearbeitet werden, so Metter.


Dirk Jericho / DJ
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