Ex-CA Immo-Manager Henrik Thomsen jetzt Geschäftsführer der Groth-Gruppe

Henrik Thomsen mit Baustadtrat Carsten Spallek (links) und Baustaatsekretär Christian Gaebler. (Foto: Dirk Jericho)

Gesundbrunnen. Der frühere Berlin-Chef der österreichischen Immobilien-Investmentgesellschaft CA Immo, der mit dem Senat das Mauerpark-Tauschgeschäft ausgehandelt hat, ist jetzt Top-Manager bei der Groth-Gruppe, die das umstrittene Wohngebiet nördlich der Gleimbrücke baut.

Grün gegen Bauland. Das war der Deal, auf den sich Senat, Bezirk und der Eigentümer der Mauerpark-Erweiterungsflächen auf Weddinger Seite, der Immobilienkonzern CA Immo, 2012 geeinigt haben. Berlin bekommt die sieben Hektar Brachland zwischen Gleimbrücke und Bernauer Straße zur Parkerweiterung, wenn CA Immo für das 3,5 Hektar große Gebiet nördlich der Gleimbrücke Baurecht für ein Wohngebiet mit über 500 Wohnungen bekommt, so das Tauschgeschäft. Ausgehandelt wurde der Vertrag vom damaligen CA Immo Berlin Chef Henrik Thomsen. Der Grün-gegen-Baurecht-Kompromiss ist seit Jahren umstritten; etliche Bürgerinitiativen kämpfen dagegen. Als Eigentümer der ehemaligen Bahnflächen hatte Thomsen damals wiederholt gesagt, dass die rund zehn Hektar Fläche auf Jahrzehnte Gewerbegebiet bleibe, wenn der Baukompromiss nicht zustande komme.

Kurz nach Abschluss des sogenannten Mauerparkvertrages hatte CA Immo bekanntgegeben, dass Bauunternehmer Klaus Groth das 3,5 Hektar große Gebiet neben dem Kinderbauernhof gekauft hat und dem städtebaulichen Vertrag beigetreten ist. Selbst kompromissbereite Mauerparkinitiativen lehnen Groths Wohnungspläne mittlerweile ab. Als Mauerpark-Allianz machen jetzt alle gegen das Bauprojekt mobil und versuchen das Viertel mit rund 530 Wohnungen zu verhindern. Dass Thomsen jetzt Geschäftsführer der Groth-Gruppe ist, kommentiert Hartmut Bräunlich, Sprecher der Maurpark-Allianz, so: "Vielleicht ist das die Belohnung für das Mauerpark-Geschenk."

Projektentwickler Klaus Groth baut unter anderem auch in der Europacity an der Heidestraße oder in der Lehrter Straße, alles Grundstücke, die einst der CA Immo gehörten. Die börsennotierte Immobilienfirma aus Wien hatte vor über sechs Jahren das Unternehmen Vivico für über eine Milliarde Euro gekauft, aus der die Vivico Real Estate GmbH und später die CA Immo Deutschland GmbH wurde. Die Vivico war 2001 gegründet worden, um Tausende ehemalige Liegenschaften der einstigen Deutschen Reichsbahn und der Deutschen Bundesbahn, die für den Bahnbetrieb nicht mehr gebraucht wurden, zu vermarkten. Vivico-Eigentümer waren das Bundeseisenbahnvermögen (BEV), ein Sondervermögen des Bundes, und die Bundesrepublik Deutschland. Viele der ehemaligen Eisenbahnflächen, die heute der CA Immo gehören, liegen in hochlukrativen Innenstadtlagen.

Wie die Groth-Gruppe mitteilte, wird Ex-CA Immo-Manager Henrik Thomsen Geschäftsführer für den Bereich Technik und Projektentwicklung. "Sein Know-how sowie seine Erfahrung in der Projektenwicklung und insbesondere in der Entwicklung von Quartieren wird unsere Kompetenz ideal ergänzen", sagt Klaus Groth, geschäftsführender Gesellschafter der Groth Gruppe.


Dirk Jericho / DJ
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.