Hockey-Damen vom TC Blau Weiss überwintern an der Tabellenspitze

Die Hockey-Damen vom TC Blau Weiss Berlin - hier Annika Groß (blau) beim 3:1-Erfolg über den Steglitzer TK - in der Regionalliga auf Platz eins. (Foto: Nittel)

Grunewald. Die Hockey-Damen vom TC Blau Weiss Berlin haben auch die letzten beiden Spiele in diesem Jahr gewonnen und überwintern in der Regionalliga Ost auf Platz eins.

Dem 4:3-Erfolg am 11. Oktober im Spitzenspiel gegen den Osternienburger HC folgte 27 Stunden später vor den heimischen Fans auf der Anlage an der Waldmeisterstraße ein 3:1-Sieg über den Steglitzer TK.

"Im Spiel gegen Osternienburg haben wir eine richtig gute Leistung gezeigt", freute sich Blau Weiss-Coach Alf Fistler. "Gegen Steglitz, obwohl Tabellenvorletzter, war es dann das erwartet schwere Spiel. Denn nach der hervorragenden Partie des Vortages war das Risiko groß, mental in ein Loch zu fallen. Richtig guten Teams passiert das nicht. Uns ist es aber passiert. Und das zeigt uns: Ganz so weit sind wir noch nicht."

Seit diesem Jahr leitet Fistler, der eine erfolgreiche Karriere als Fußballer unter anderem bei Hertha BSC und Fußballtrainer hinter sich hat, als hauptamtlicher Coach die Geschicke bei den Hockey-Damen. Ihm zur Seite steht Co-Trainer Eberhard Tippelt. "Mein Ziel für das erste Jahr war und ist, diese Mannschaft kennenzulernen", sagt Fistler. Die spielerischen Stärken und Schwächen aller 27 Spielerinnen aus dem aktuellen Kader, das technische Vermögen, ihre Führungsqualitäten - all das zeige sich nicht nach ein paar Trainingseinheiten und Spielen. "Ich möchte wissen, wie jede einzelne Spielerin tickt - und sie wollen das natürlich auch über ihren Trainer erfahren. Das ist ein Lernprozess. Und dafür benötigt man Zeit." Dass man nach Abschluss der Hinrunde mit 18 Zählern Platz eins belegt, freut den Coach, ändert aber nichts an seiner Zielsetzung. "Das nehmen wir natürlich gern mit - keine Frage. Aber: Ob wir nun der Favorit auf Meisterschaft und Aufstieg sind - Blau Weiss gehört übrigens immer irgendwie zu den Mitfavoriten -, das interessiert mich nicht. Ich bin nämlich nicht der Meinung, dass wir aufsteigen wollen oder müssen." Vielmehr sei es wichtig, dass die Mannschaft, dass sich jede einzelne Spielerin entsprechend ihrer Möglichkeiten weiter entwickelt. "Sollten wir jetzt aufsteigen, um dann gleich wieder aus der 2. Bundesliga abzusteigen, würden sich unsere jüngeren Spielerinnen nicht gut entwickeln. Und das kann nicht der Sinn des Ganzen sein."

Fistler, der zunächst einen Vertrag über zwei Jahre abgeschlossen hat, glaubt, dass so eine Entwicklung, zu der auch der Aufbau einer schlagkräftigen zweiten Mannschaft und eine nachhaltige Weiterentwicklung talentierter Spielerinnen in der Jugend des Klubs, insbesondere der der weiblichen Jugend A gehören, insgesamt mindestens drei Jahre dauern wird.

Die Voraussetzungen am Grunewald sind in jedem Fall gut: Das Team ist jung und talentiert. Zudem befinden sich im Kader einige erfahrene Spielerinnen. Aber auch hier gilt die Devise: Wer wirkliche Führungsqualitäten hat, muss sich erst noch zeigen. So nutzte der Coach, der für seine Ruhe und Sachlichkeit bekannt ist, im Spiel gegen Steglitz eine Auszeit beim Stand von 1:1, um genau das herauszukitzeln: "Einzelne Spielerinnen haben das Wort ergriffen, Dinge angesprochen - ohne dass ich etwas sagen musste. Und die Mannschaft hat sich damit tatsächlich selbst aus diesem Loch herausgezogen und das Spiel noch gewonnen."

Und so darf man gespannt sein, was die Rückrunde für den TC Blau Weiss bringen wird. Fakt ist: Sollte der Aufstieg sportlich gelingen, würde Fistler - nach heutigem Stand der Dinge - noch auf den Sprung in die 2. Liga verzichten, um die Entwicklung des Teams nicht zu gefährden.


Michael Nittel / min
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