Cheerleader Cats fliegen zur Weltmeisterschaft nach Japan

Ihr "Cats for Germany-Shirt" tauschen die Cheerleader bei der WM in Japan gegen ein Kostüm.
6Bilder
  • Ihr "Cats for Germany-Shirt" tauschen die Cheerleader bei der WM in Japan gegen ein Kostüm.
  • Foto: Matthias Vogel
  • hochgeladen von Matthias Vogel

[span class="docTextLocation"]Grunewald. [/span]Es könnte die Kirsche auf dem Sahnehäubchen des Kuchens werden: Die Cats Cheerleader Berlin steigen am 4. November in den Flieger nach Japan. Die Mission: rauf auf das Podest bei der Weltmeisterschaft.

Die Mädchen und Frauen der Cats machen in schwindelerregender Höhe auf den Händen ihrer männlichen Teamkollegen Figuren, bei denen Otto-Normal-Sportler schon mit festem Boden unter den Füßen Gleichgewichtsprobleme hätte. Sie wirbeln mit Salti und mehrfachen Schrauben durch die Luft, lassen sich wieder auffangen, nur um sich sofort in Pose zu werfen und zur Musik einstudierte Tanzschritte aufs Parkett zu legen. Männer wie Frauen queren wie selbstverständlich die Bodenturnfläche per Flickflack. Die Generalprobe in der Halle der Walther-Rathenau-Schule machte klar: Cheerleading ist ein Leistungssport – und das Senior Coed Team der Cats Cheerleader Berlin, angegliedert an den Wilmersdorfer Verein ProSport 24, ist für die Weltmeisterschaft in Japan am 11. und 12. November gut gerüstet.

Disziplin ist wichtig

Besonders überraschend ist das nicht. Vor etwa zehn Jahren, so etwa als der heutige Abteilungsleiter Robert Goltz das Team als Trainer übernahm, begannen sich die Erfolge aneinanderzureihen. Selber aktiv gewesen, verlangte er den Aktiven das ab, was für diesen Sport unabdingbar sei: „Natürlich muss man Bodenturnen, Sachen wie den Flickflack können und Körpergefühl haben. Aber danach zählen vor allem Disziplin und Zuverlässigkeit. Das ist ein absoluter Teamsport. Wenn drei Mädels im Training fehlen, kann man bestimmte Elemente nicht mehr üben.“

Die Direktive des Chefs haben die Cheerleader-Katzen offenbar verinnerlicht. Denn die Erfolge rissen auch nicht ab, nachdem Goltz vor drei Jahren das Zepter des Vorturners an Susan Fichte weiterreichte. Im Gegenteil: Die laufende Saison, die nun mit der WM in Nippon endet, hätte gar nicht besser laufen können. Bei einer offenen Meisterschaft in Hamburg zum Saisonstart Ende 2016 triumphierten die Cats – ein erster Vorbote auf das, was folgen sollte: 2. Platz bei der Landesmeisterschaft in Berlin, Sieg bei den Deutschen Meisterschaften in Dresden, Sieg bei den Europameisterschaften in Zagreb. „Immer mit sehr guten Leistungen“, sagt Goltz, nicht ohne Stolz. Besonders der EM-Titel sei hoch zu bewerten, weil die internationale Jury nach etwas anderen Kriterien bewerte.

"Man lernt nie aus"

Chantal schneit vorbei, durchtrainiert sowieso und zur Generalprobe hübsch geschminkt. Seit sie fünf Jahre alt ist, betreibt sie diesen Sport, heute ist sie 23 und immer noch begeistert. „Man lernt nie aus. Das ist das Spannende. Und ich mag es, dass man nur als Team etwas erreichen kann“, beschreibt sie die Faszination der Randsportart.

Apropos andere Kriterien. In Japan, neben den USA das Mutterland des Cheerleadings, wird die Jury erneut auf andere Feinheiten achten, andere Pflichtelemente verlangen. „Das kann man sich vorher durchlesen und danach sein Programm planen“, sagt Trainerin Susan Fichte, selbst noch aktiv an den Pompons. Seit zweieinhalb Monaten arbeiten die vier Männer und elf Frauen an der Pflicht. „So etwas wie die Kür gibt es eigentlich nicht. Tänzerische Elemente fügt man zwischen den erforderten Figuren eben nach eigenem Dafürhalten ein. Ich kann das selber schlecht beurteilen, aber Robert sagt, dass man meine Handschrift durchaus erkennen kann.“

"Wir sind wie eine Familie"

Susan Fichte selbst liefert auch das beste Beispiel dafür, worauf Erfolg beim Cheerleading neben zwei- bis dreimal Training pro Woche fußt: Auf jeder Menge Idealismus und Herzblut. Ihr Partner Lars Wunderlich ist Susans Co-Trainer, das gemeinsame Kind ist immer mit in der Halle. „Jeder bringt sehr viel Eigenleistung mit. Anders geht es nicht. Der Sport ist ohnehin schwer zu vermarkten, zudem gibt es innerhalb Berlins sechs weitere Teams“, sagt Robert Goltz. „Für die Reise nach Japan haben wir 3500 Euro Sponsorengelder bekommen, kosten tut sie 22 500 Euro. Bekommt man alles hin, wir sind hier wie eine Familie.“

Hinsichtlich der WM ist Fichte zuversichtlich: „Vor zwei Wochen hat es klick gemacht, seither läuft das Programm deutlich besser.“ Als Ziel des Abenteuers Japan nennt sie zwar einen Platz unter den ersten drei. In ihren Augen ist allerdings abzulesen, was sie wirklich will: den nächsten, den ganz großen Titel. maz

Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
Genießen Sie kulinarische Köstlichkeiten im Spitzenrestaurant "Machiavelli".
  4 Bilder

Restaurant "Machiavelli" am Roseneck
Seit 10 Jahren eine der besten Adressen in Grunewald

Dass das Spitzenrestaurant "Machiavelli" zu den ersten Adressen in der Hauptstadt gehört, ist berlinweit bestens bekannt. So überzeugt die Location seit dieser Zeit mit einer landestypischen italienischen, aber auch alpenländischen Kulinarik vom Feinsten. Darüber hinaus präsentiert sich das "Machiavelli" als wahre grüne Oase inmitten der Großstadt. Aktuell überrascht das Team selbstverständlich auch mit diversen Pfifferlingskreationen, wobei der beliebte, schmackhafte Pilz gern mit einem...

  • Grunewald
  • 04.08.20
  • 349× gelesen
WirtschaftAnzeige
Das Team der Fleischerei Haroun freut sich auf Ihren Einkauf.

Fleischerei Haroun
Wir haben Ihre Grillspezialitäten!

An der Prinzenallee, zwischen dem U-Bahnhof Pankstraße und der Bellermannstraße, gibt es eine stadtweit bekannte Institution: die Fleischerei Haroun. Ihr Besitzer Youcef Haroun ist der in seiner Familie traditionsreichen Berufung zum Fleischer gefolgt. Sein nach Tradition verarbeitetes Fleisch in Halal-Qualität zaubert Kennern ein Lächeln auf die Lippen. Zu seinen Stammkunden zählen die französischsprachige, aber auch in der deutschen und sogar der rumänischen beziehungsweise bulgarische...

  • Wedding
  • 04.08.20
  • 188× gelesen
SozialesAnzeige
In der Gruppe werden Erfahrungen ausgetauscht.
  2 Bilder

Kontaktstelle PflegeEngagement Reinickendorf
"Der Austausch mit anderen tut mir gut"

Inge M. freut sich schon. An zwei Montagen im Monat besucht sie das Angehörigencafé der Kontaktstelle PflegeEngagement, eine Gesprächsgruppe für pflegende und betreuende Angehörige, Freunde und Nachbarn. „Die Pflegesituation zu Hause ist oft sehr anstrengend“, sagt Inge, „das ständige Angebundensein, die körperliche Belastung und Freunde, die sich abwenden. Es gibt natürlich auch schöne Momente. Trotzdem habe ich mir meine Rente anders vorgestellt. Hier in der Gruppe treffe ich Menschen,...

  • Bezirk Reinickendorf
  • 04.08.20
  • 127× gelesen
WirtschaftAnzeige
  3 Bilder

IdeeZaun
Ihr Wunschzaun wird hier Wirklichkeit

Wir, die Firma IdeeZaun, sind im Zaunhandel bereits seit 2008 tätig. Als mittelständisches Unternehmen an den Standorten Tempelhof und Hermsdorf sehen wir uns als Partner zwischen der Produktion und unseren Kunden. Wir beliefern Privatkunden sowie Garten- und Landschaftsbauer. Mittlerweile sind wir ein etabliertes Unternehmen in Berlin und Brandenburg. Daher würden wir uns freuen, Ihnen auch Ihren Wunschzaun zu planen und zu verwirklichen. Von der Beratung bis zum Aufbau: alles aus...

  • Hermsdorf
  • 04.08.20
  • 259× gelesen
BildungAnzeige
  4 Bilder

Jeder kann was!
Freie Ausbildungsplätze an der Emil Molt Akademie

Wir sind eine Berufsfachschule, Fachoberschule und Fachschule in freier Trägerschaft. Vor zwei Jahren im neuen Vollholzgebäude in Schöneberg eingezogen, freuen wir uns, Ihnen mit neuer Kapazität folgende Bildungsgänge anbieten zu können: Die Ausbildung zum Sozialassistenten, in zwei Jahren - Voraussetzung: Berufsbildungsreife (BBR) Die Ausbildung zum Kaufmännischen Assistenten, in zwei Jahren - Voraussetzung: Mittlerer Schulabschluss (MSA) Die Allgemeine Fachhochschulreife,...

  • Schöneberg
  • 01.07.20
  • 586× gelesen
  •  2
WirtschaftAnzeige
  3 Bilder

Wie hat sich das Einkaufsverhalten in Berlin und Brandenburg verändert?
Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel?

Der Agrarmarketingverband pro agro und der Verband Digitalwirtschaft Berlin-Brandenburg (SIBB e.V.) befasst sich mit dem Thema:  Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel.  Toilettenpapier, Hamsterkäufe, Begrenzungen der Kundenzahlen in den Geschäften - die mediale Berichterstattung der vergangenen Monate zum Einkaufsverhalten der Verbraucher war bestimmt von diesen drei Schlagzeilen.  Doch wie hat sich das Einkaufsverhalten in Berlin und Brandenburg verändert? Wurde häufiger im...

  • 03.07.20
  • 820× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen