Wieder kein Sieg: Hockey-Damen können Abstieg kaum noch verhindern

Der TC Blau Weiss Berlin – hier Noreen Dallmann (blau) – wird nach dem 2:2 im Kellerduell gegen den ATV Leipzig wohl wieder in die Regionalliga absteigen. (Foto: Michael Nittel)
Berlin: TC Blau Weiss Berlin |

Grunewald. Die Hockey-Damen vom TC Blau Weiss Berlin haben im Kellerduell der 2. Bundesliga gegen den ATV Leipzig ihren ersten Saisonsieg verpasst. Nach dem 2:2 (1:1)-Remis vor heimischem Publikum am 6. Mai werden beide Teams aller Voraussicht nach den Gang in die Regionalliga antreten müssen.

„Das war ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten“, erläuterte Blau Weiss-Coach Alf Fistler. „Aufgrund der Vielzahl der guten Möglichkeiten hätten wir diese Partie aber zu unseren Gunsten entscheiden müssen. So muss man nun aber konstatieren, dass dieser Punkt für beide Teams wohl zu wenig ist, um die Klasse zu halten.“

Nancy Rudolph hatte den ATV in Front gebracht, Janique Zimbehl für Blau Weiss noch vor der Pause ausgeglichen. Nach dem 2:1-Führungstreffer durch Annika Dittmer hofften die Berlinerinnen, endlich den ersten Saisonsieg einfahren zu können.

Viele Chancen verpasst

Mehrfach wurden in dieser Phase gute Gelegenheiten, mit dem 3:1 für eine Vorentscheidung zu sorgen, liegengelassen. Und so kam, was kommen musste: Im Anschluss an eine kurze Ecke erzielte Leipzigs Maxi Benedix den nicht unverdienten Ausgleich. Brisant die Schlussphase: Rund vier Minuten vor dem Abpfiff setzte Gästetrainer Axel Thieme alles auf eine Karte und ersetzte seine Torfrau durch eine zusätzliche Feldspielerin, um durch die numerische Überzahl doch noch den Siegtreffer zu erzielen. „Mir war klar, dass Leipzig das versuchen würde, weil ein Unentschieden de facto keiner Mannschaft geholfen hätte. Ich hatte selbst kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt, wollte Leipzig aber nicht ins offene Messer laufen“, verriet Fistler.

Und tatsächlich hatte Blau Weiss nun die besseren Gelegenheiten. Doch auch hier offenbarte sich noch einmal auf dramatische Weise die größte Schwäche des Teams: die Chancenverwertung. „Wir hatten mit zwei Ecken in der Schlussphase noch die Möglichkeit, die Partie zu unseren Gunsten zu entscheiden. Und es ist ein No go, solche Chancen liegen zu lassen, wenn der Gegner ohne Torfrau agiert“, bemängelte Fistler, der mangelnde Konzentration, aber letztlich auch fehlende Klasse als ursächliche Gründe nannte.

Coach Fistler hört auf

Alf Fistler wird im Übrigen am Ende der Saison seinen Platz nach drei Jahren als Chefcoach aus „sportlichen und privaten“ Gründen räumen. Der Nachfolger heißt Jonas Weinhardt, der schon seit Längerem an der Seite Fistlers als Co-Trainer agiert. „Ich hatte das Glück, mit Jonas einen wunderbaren Menschen neben mir zu haben, der dieses Amt nun nahtlos übernehmen kann. Er ist die richtige Wahl“, so der scheidende Coach, der in verschiedenen Funktionen insgesamt zehn Jahre lang für die Blau Weissen aktiv war. min
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