Für ein gelungenes Miteinander: Verein eröffnet "Hundegarten Moabit" am Poststadion

Lasse Walter (links) und Senator Thomas Heilmann mit den Hauptnutzern kurz vor der Eröffnung des "Hundegartens Moabit" im Fritz-Schloß-Park. (Foto: KEN)
Berlin: Hundegarten Moabit |

Moabit. Am 30. April ist der „Hundegarten Moabit“ eröffnet worden. Drei Tage zuvor hat Berlins Justiz- und Verbraucherschutzsenator den Platz schon einmal in Augenschein genommen.

Ob Thomas Heilmann (CDU) ein ausgewiesener Freund der Vierbeiner ist, ist nicht näher bekannt. Als Senator sind dem Juristen und Unternehmer auf alle Fälle Hundegärten und Auslaufflächen unter dem Aspekt des Tierschutzes wichtig. Dort sei ein Raum entstanden, an dem sich Hunde austoben, Kinder und Erwachsene den Umgang mit Hunden erlernen und Hundehalter und Menschen, die keine Hunde haben, miteinander ins Gespräch kommen können, ließ sich Heilmann vernehmen und dankte den Aktiven des Vereins „Mensch und Hund Moabit“ für ihr Engagement. Als die Idee für den Hundegarten aufgekommen sei, habe man den Senator als ersten um Unterstützung gebeten, erinnert sich Lasse Walter, Initiator der Anlage im Fritz-Schloß-Park und Vorsitzender des erst Ende 2015 gegründeten Vereins „Mensch und Hund Moabit“ (moabit.hundehauptstadt.de). „Herr Heilmann hat uns an den Bezirk verwiesen und versprochen, zur Eröffnung zu kommen“, so Lasse Walter.

Weit mehr als fünf Jahre hat die Initiative „Mensch und Hund“ für den Hundegarten gekämpft, zunächst als Arbeitsgemeinschaft, dann als gemeinnütziger Verein, um den Vertrag mit dem Bezirksamt überhaupt unterzeichnen zu können. Der Vertrag läuft probeweise ein Jahr. „Die Aussicht auf eine Verlängerung ist gut“, sagt Lasse Walter, der in erster Linie Sportstadträtin Sabine Smentek (SPD) dankt. Ohne sie wäre nichts gelaufen, betont Walter.

Ein 1100 Quadratmeter großes, seit dem Zweiten Weltkrieg zugewuchertes Areal – ein ehemaliger Tribüneneingang zum Poststadion mit Vorplatz – haben die organisierten Moabiter Hundehalter für die Gemeinschaft erschlossen, für alle Parkbesucher, wie sie betonen. Lasse Walter hält fest, dass für Hunde in Berlin im vergangenen Jahr eine 265 Mal so große Fläche wie der Hundeauslauf im Fritz-Schloß-Park weggefallen ist, 30 Hektar. Die nächsten Hundegärten befinden sich im Humboldthain und im Wedding.

Mit 4000 Euro aus dem Fördertopf „Soziale Stadt“ wurde das Projekt vom Quartiersmanagement Moabit-Ost finanziell unterstützt. Lasse Walter nennt einige Details. Schon die ein Meter hohe Umzäunung habe 3000 Euro gekostet, unter anderem auch deshalb, weil das Denkmalamt die Farbe Grau vorgeschrieben habe. Das Ordnungsamt verlangte einen Sichtschutz. Die fällige Pacht wird durch ehrenamtliche Pflege des Platzes aufgebracht.

Der Verein „Mensch und Hund“ weiß viele Moabiter auf seiner Seite. In einer 2015 durchgeführten Umfrage war jeder zweite befragte Bewohner für den Hundegarten. „Viele Parkbesucher beglückwünschten uns und steckten noch während der Bauarbeiten Spenden durch den Zaun“, freut sich der Vorsitzende Walter. „Wir hoffen, neben der Sauberkeit unseren Teil zur Integration, zum Abbau von Vorurteilen und zur Vorbeugung von Konflikten beizutragen“, sagt Lasse Walter. KEN
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